Winter extrem in Österreich: ÖBB geben Reisewarnung aus – Kältetoter in Gastein

SCHNEE IN SALZBURG
Mühlviertler Gemeinde brach eigenen Kälterekord. Warnung vor Glatteis und gefrierendem Regen – ÖBB raten, nicht notwendige Reisen zu verschieben.

Zusammenfassung

  • Liebenau-Gugu (OÖ) stellte mit minus 29 Grad erneut den österreichweiten Kälterekord auf.
  • Auch andere Orte verzeichneten extreme Minustemperaturen, während es in Wien vergleichsweise mild blieb.
  • Meteorologen warnen vor Glatteis und gefrierendem Regen, ab Dienstag wird jedoch eine Warmfront erwartet.
  • Die ÖBB warnen vor Einschränkungen im Bahn- und Busverkehr.
  • Im Gebirgsregionen steigt indes die Lawinengefahr

Die 28 Bewohnerinnen und Bewohner von Gugu, dem kleinen Ortsteil der Gemeinde Liebenau-Gugu im Mühlviertel, müssen nahezu arktische Temperaturen mittlerweile gewohnt sein. Denn in diesem jungen Jahr stellt ihr Ort erneut den Kälterekord: minus 29 Grad meldete die Geosphere Austria Montagfrüh.

Damit liegt die Gemeinde in Oberösterreich erneut an der Spitze des Temperaturvergleichs und stellte den eigenen Rekord vom 8. Jänner mit minus 27,9 Grad ein.

Tiefere Temperaturen wurden zuletzt vor rund 13 Jahren gemessen. 2012 meldeten vier Orte in Tirol Werte mit bis zu minus 28,9 Grad.

Etwas moderater wachte man in den Landeshauptstädten bzw. der Bundeshauptstadt auf: Am kältesten war es in Klagenfurt mit minus 15,5 Grad, am "wärmsten" in Wien (Innere Stadt) mit vergleichsweise minus 4,5 Grad.

Die Eiseskälte, die derzeit über dem ganzen Land liegt, forderte in der Nacht auf Montag offenbar auch ihr erstes Todesopfer. Ein 57-jähriger Tourist aus Dänemark konnte am Sonntag nur noch tot geborgen werden. Er wurde am in der Nähe des Wasserfalls in Bad Gastein im Ortsgebiet leblos im Schnee liegend aufgefunden. Für den Mann kam jede Hilfe zu spät. Er dürfte erfroren sein (mehr dazu hier).

Das waren die kältesten Orte

  • Liebenau-Gugu (OÖ) - minus 29 Grad.
  • Schwarzau im Freiwald (NÖ) - minus 28,4 Grad.
  • Zell am See (S) - minus 21,6 Grad
  • Pabneukirchen (OÖ)  - minus 21,3 Grad.
  • Radstadt  (S) - minus 20,9 Grad.
  • Zwettl (NÖ) - minus 20,5 Grad.
  • Weitensfeld  (K) - minus 20,4 Grad.
  • Freistadt (OÖ)  - minus 19,8 Grad.
  • St. Veit an der Glan (K) - minus 19,7 Grad.
  • Völkermarkt (K) - minus 19,5 Grad.

Glatteiswarnung der ÖBB, Beeinträchtigungen am Flughafen

Entsprechend eisig und glatt startet auch der Dienstag, wobei es vom Weinviertel in Niederösterreich bis ins nördliche Burgenland frostig bleibt. In der Nacht von Montag auf Dienstag kann es im Raum von Salzburg über Oberösterreich bis in die Ostregion zu gefrierendem Regen mit prognostizierten Mengen von 3 bis 6 Litern pro Quadratmeter kommen. 

Die ÖBB haben am Montagnachmittag deshalb auch eine Glatteis-Warnung ausgeschickt. "Aufgrund der zu erwartenden massiven Eisbildung an Weichen, Fahrzeugen und Oberleitungen ist in weiterer Folge mit Einschränkungen im Nah-, Fern- und Güterverkehr zu rechnen", heißt es darin. Die ÖBB empfehlen daher allen Reisenden, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu verschieben.

Aufgrund der Witterungsbedingungen ist am Dienstag mit Beeinträchtigungen bei Flügen von und nach Wien zu rechnen. "Wir empfehlen allen Passagieren, regelmäßig den Status ihres Fluges auf den Webseiten der gebuchten Fluglinie zu überprüfen. Eine aktuelle Übersicht zu Ankünften und Abflügen ist auch unter https://www.viennaairport.com/abfluege zu finden", rät der Sprecher des Flughafen Wien in Schwechat, Peter Kleemann, in einer Aussendung am Montagabend. Reisenden wurde empfohlen, mehr Zeit für die Fahrt zum Flughafen Wien einzuplanen.

Vom Westen her nähert sich ab Dienstag aber bereits eine Warmfront, die die Tageshöchstwerte dann wieder über Null Grad bringt.

Am Mittwoch erreicht das Thermometer dann ein deutliches Plus. In vielen Regionen soll es auf bis zu zehn Grad klettern. Im Osten und im Donauraum trüben hartnäckige Nebelfelder aber noch die Sicht und die Temperaturen bleiben - vorerst - niedriger.

Steigende Lawinengefahr

Zur extremen Kälte kommt in den kommenden Tagen jedoch auch die steigende Lawinengefahr. Vor allem im westlichen Tirol und Teilen Vorarlbergs wurde die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Die Kombination aus (sehr) viel Neuschnee und den steigenden Temperaturen in den kommenden Tagen soll die Lage noch weiter verschärfen. Schon das Betreten der Hänge kann laut Experten die oberen Schichten ins Rutschen bringen und eine Lawine auslösen. 

Am Sonntag kam es bei mehreren Lawinenabgängen in Tirol und Vorarlberg auch zu einem Todesopfer. Eine Skitourengeherin war am Nachmittag am Weerberg (Bezirk Schwaz) von einer Lawine erfasst und verschüttet worden. Als sie schließlich gefunden wurde - sie hatte kein Lawinensuchgerät bei sich - befand sie sich in kritischem Zustand, sie wurde in eine Klinik eingeliefert, wo sie später ihren Verletzungen erlag.

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