Von Rekordkälte bis Rekordwärme: 2026 könnte wärmstes Jahr werden

Auf einem gefrorenen See stehen und schwimmen zwei weiße Schwäne.
Warnstufe orange in mehreren Bundesländern wegen der aktuellen Kälte. Doch der Ausblick zeigt: 2026 könnte das wärmste Jahr der Messgeschichte werden.

Zusammenfassung

  • In Liebenau-Gugu wurde mit minus 25,7 Grad ein neuer Kälterekord für ganz Österreich gemessen.
  • Für den Westen Österreichs gilt wegen anhaltender Kälte Warnstufe orange, Tageshöchstwerte bleiben im Minusbereich.
  • 2026 könnte das wärmste Jahr seit Messbeginn werden, mit mehr Unwettern in den Alpen und längeren Trockenphasen im Flachland.

Den (Eis-)Vogel schoss eine Gemeinde im Mühlviertel ab: Minus 25,7 Grad wurden in Liebenau-Gugu im Bezirk Freistadt in der Nacht zum Montag gemessen.

Neuer Kälterekord

Das war nicht nur Kälterekord an diesem 5. Jänner in ganz Österreich, sondern unterbot auch den Extremwert von minus 19,1 Grad des bisher frostigsten Tagesbeginns in der oberösterreichischen Gemeinde selbst, gemessen am 24. Jänner 2024. Da muten dann Frühtemperaturen der Landeshauptstädte von minus 4,7 Grad (Wien, Innere Stadt) bis minus 12,8 Grad (Salzburg) gar nicht mehr ganz so schlimm an.

Warnstufe orange

In den kommenden Tagen bleibt es aber extrem kalt, betroffen ist vor allem der Westen Österreichs. Für die Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg gilt deshalb laut Geosphere Austria Warnstufe orange, starke Kältebelastung; die gleiche Warnung gilt auch für die Obersteiermark, Teile Kärntens sowie das Mühlviertel in Oberösterreich. In der Steiermark setzte dann auch Montagnachmittag auch Schneefall ein, etwa im Grazer Raum.  

Die Tageshöchstwerte kommen in ganz Österreich aber am Dienstag zwischen minus 11 und Null Grad nicht hinaus, am Mittwoch liegen sie zwischen minus 8 und minus 1 Grad.

Ausgerechnet ein Hoch, "Karen" genannt, führt laut Wetterdienst Ubimet zu diesen Tiefstwerten, da einige Faktoren zusammenspielen:

  • Es ist nahezu windstill, so bilden sich in Bodennähe sogenannte Kaltluftseen.
  • Kältetreibend ist zudem der klare Himmel, Wolken würden dagegen wie „eine isolierende Decke“ wirken.

Schnee bahnt sich an

Am Donnerstag steigen die Temperaturen dann auch in den westlichen Bundesländern etwas an. Das ist einer Front aus dem Atlantik geschuldet, die wiederum aber zu gefrierendem Regen und Glatteis führen kann. Bereits Freitagabend ist aber die nächste Kaltfront auf dem Weg - Neuschnee inklusive.

Das wärmste Jahr?

Das Jahr mag klirrend kalt beginnen, aber dennoch schauen Meteorologen bereits weit in die Jahresmitte: 2026 gilt einerseits als Anwärter auf das wärmste Jahr seit Beginn der Messgeschichte, andererseits werden mehr Gewitter und Hagelunwetter, aber auch mehr Trockenperioden prognostiziert.

"Das Jahr wird jedenfalls eines der fünf wärmsten, zu 30 Prozent wird es das wärmste Jahr bisher und den jetzigen Platz 1 – 2024 – ablösen", erläutert Ubimet-Meteorologe Nikolas Zimmermann.

Muss man sich dann auch wieder auf Extremwetterlagen einstellen? Im September 2024 etwa fegte ein Unwettertief über Niederösterreich und den Wienerwald, sodass es mancherorts zu einem 1.000-jährigen Hochwasser kam.

Was 2026 kommen könnte

Der Experte ist aber vorsichtig: "Es spielen immer auch Zufälle eine Rolle, wenn es darum geht, wann die Großwetterlage zuschlägt. Wenn es eine Wetterlage gibt, die viel Regen bringt, dann besteht grundsätzlich aber gleich das Risiko für Hochwasserlagen oder für Sturzfluten", beschreibt Zimmermann. "Ich würde im neuen Jahr auf jeden Fall wieder von mehr Unwettern ausgehen. Aber dann eher in den alpinen Bereichen. Im Flachland kann man dazu noch nichts sagen." Grobe Tendenzen könnten mit etwa drei Monaten Vorlaufzeit abgeschätzt werden.

Hier gebe es gleichzeitig die Tendenz, dass es längere trockene Phasen gibt. "Gewitter haben hier keine Chance, weil die Luft zu trocken ist in vielen tiefen Schichten. Wenn es im Flachland aber doch zu welchen kommt, dann werden sie künftig stärker ausfallen, mit mehr Sturm und mehr Hagel."

In den Alpen dagegen werde es in den Sommermonaten laut Modellergebnissen stetig feuchter, weil die Schneedecke abnimmt. Dadurch steigt die Vegetation, die Atmosphäre wird wärmer.

Das führe dazu, dass es in Österreich künftig große Unterschiede geben könnte, wie die allgemeine, durch den Klimawandel bedingte Entwicklung andeutet: Während es in den Alpen oft mit großen Regenmengen gewittern wird,bleibt es gleichzeitig im Flachland anhaltend trocken.

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