© Walter Schweinöster

Chronik Österreich
01/29/2019

Weniger Bustouristen erwünscht - Hallstatt auf Salzburgs Spuren

Ein Buchungssystem für Busse soll nun auch am Hallstätter See Entlastung bringen

von Matthias Nagl

Weniger Reisebusse mit Touristen – was Salzburg mit einem Anmeldesystem für Busse bereits geschafft hat, will das touristengeplagte Hallstatt nun auch erreichen. Pro Jahr kommt rund eine Million Besucher in den 770-Seelen-Ort im Salzkammergut. Die Busse würden dabei als am störendsten empfunden, sagt Bürgermeister Alexander Scheutz.

Gerade die Zahl der Bustouristen hat sprunghaft zugenommen. „2014 hatten wir 7917 Reisebusse, 2018 waren es 19.344“, sagt Scheutz. In Zukunft soll ein System mit Busslots, wie es in der Stadt Salzburg bereits existiert, Abhilfe schaffen. Busunternehmen müssen dabei Slots kaufen, bevor sie in den Ort fahren dürfen. Diese sind nur in limitierter Zahl vorhanden und gelten nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters.

Die beiden Städte sind bei vielen asiatischen Touristen das Highlight auf der Bustour Innsbruck-Salzburg-Hallstatt-Wien. In Innsbruck ist das Problem mit 15.000 Touristenbussen jährlich überschaubar, in Wien fallen die asiatischen Touristen aufgrund der Größe der Stadt nicht derart ins Gewicht.

Wahlkampfthema Busse

In Salzburg hat das seit Juni erprobte System die Busankünfte hochgerechnet aufs Jahr von 50.000 auf 40.000 reduziert. Die Landeshauptstadt plant nun die Gebühr von 24 auf 38 Euro zu erhöhen. Das Thema hat es auch in den Gemeinderatswahlkampf geschafft. Die Parteien überbieten sich mit neuen Höchstpreisen für Busse. Die SPÖ will 100 Euro, die Neos wollen gar 500 Euro pro Bus.

Die grüne Bürgerliste fordert den Altstadt-nächsten Busterminal in der Paris-Lodron-Straße nach Anrainerprotesten gänzlich aufzulösen. Die Pinken haben einen wirtschaftsfördernden Ansatz. Im Gegenzug für die 500 Euro sollen die Busse für 50 Fahrgäste jeweils 10-Euro-Gutscheine bekommen, mit denen die Touristen in der Altstadt konsumieren können.

Testbetrieb im Spätherbst

Von derart hohen Preisen hält ÖVP-Bürgermeister Harald Preuner nichts. „Wenn wir zu weit hinaufgehen, besteht die Gefahr, dass die Busse die Leute illegal irgendwo in der Stadt aussteigen lassen“, sagt Preuner. „Mit den Einnahmen aus dem aktuellen System können wir die Investitionen in die Infrastruktur bezahlen, sodass das ganze kein Verlustgeschäft ist“, erklärt der Salzburger Bürgermeister.

Scheutz plant für Hallstatt einen Testbetrieb außerhalb der Hauptsaison, im Spätherbst soll es losgehen. Er stellt sich eine Reduktion um ein Drittel auf 13.000 Busse jährlich vor. Auch die Zahl der Pkw hat sich seit 2014 auf 194.613 fast verdoppelt. Hier versucht Hallstatt den Besucherzustrom vorerst mit Hinweistafeln und einer mehrsprachigen App, die gerade entwickelt wird, zu steuern. Die App soll Auskunft geben, ob und welche Parkplätze frei sind, wie es mit Wartezeiten bei Schiffen und Salzwelten sowie in der Gastronomie aussieht.

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