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Warnung
02/04/2013

Die bösen Tricks der Trickbetrüger

Ob falsche Polizisten oder falsche Neffen – den Kriminellen geht der Schmäh nie aus.

von Irina Salewski

Keine schöne Erinnerung an seine Wien-Reise dürfte ein 68-jähriger Tourist aus der libyschen Hauptstadt Tripolis mit nach Hause nehmen. Samstagvormittag sollen ihn drei Trickdiebe um rund 1000 Euro erleichtert haben.

Die Betrüger haben dabei den sogenannten Polizistentrick angewendet. Während der Pensionist auf dem Kärntner Ring in der Innenstadt unterwegs war, hielten sie ihn an und gaben sich als zivile Polizisten aus. Einer von ihnen wies sich sogar aus, erzählte das Opfer später. Die falschen Polizisten wollten den Ausweis des 68-Jährigen sehen. Er händigte den drei Männern daraufhin seinen Reisepass und sein Portemonnaie aus. Nach der „Kontrolle“ bekam er seine Sachen wieder zurück. Als der Mann wenig später in seine Geldbörse schaute, bemerkte er, dass sein Bargeld weg war. Er erstattete Anzeige, von den Tätern fehlt jedoch jede Spur.

„Dieser Trick wird von Betrügern immer wieder auch erfolgreich angewandt“, sagt der Wiener Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Auch andere Tricks führen oft zum Erfolg. Der KURIER hat die Top 5 zusammengestellt.

Der Neffentrick Einer der beliebtesten kriminellen Schmähs bei den Betrügern ist der sogenannte Neffentrick. Dabei werden meist alleinstehende ältere Frauen als Opfer ausgesucht. Die Täter geben sich am Telefon als Verwandte aus und bitten um Geld, aber ein Bote müsste es abholen ... Ende Oktober 2012 dürfte die als „Neffenmafia“ bezeichnete internationale Bande binnen weniger Stunden Dutzende betagte Senioren in Amstetten (NÖ) am Telefon um Geld oder Schmuck für einen dringenden Wohnungsankauf eines Verwandten in Deutschland angeschnorrt haben. 13 Personen im Alter zwischen 57 und 88 Jahren durchschauten den Betrug aber und erstatteten Anzeige.

Der Ablesertrick Die Täter geben sich als Gas-, Strom- oder Heizungsableser aus und verschaffen sich so Zugang zu der Wohnung. In einem günstigen Moment stehlen sie die Wertsachen aus der Wohnung und verschwinden.

Der Bankomattrick Dabei bedrängt einer der Täter das Opfer beim Geldabheben oder lenkt es ab. Während es sich bei der Eingabe der PIN-Nummer gegen den Belästigter abzuschirmen versucht, notiert ein Komplize die Nummer oder stiehlt die Karte. Zudem kann der Täter die Situation nutzen, um den eingegebenen Betrag zu erhöhen und das ausgezahlte Bargeld zu stehlen.

Der Rempel- oder Drängeltrick Als Tatort werden hierfür meist öffentliche Verkehrsmittel, Rolltreppen, Fahrstühle oder Einkaufszentren ausgesucht. Das Opfer wird im Gedränge von einem der Täter angerempelt oder bedrängt und dadurch abgelenkt. Währenddessen entwendet sein Komplize die Wertsachen aus der Tasche des ahnungslosen Opfers.

Der Beschmutzertrick Insbesondere nach Geldbehebungen wird das Opfer scheinbar unabsichtlich mit Senf, Ketchup oder Eis beschmutzt. Der Täter und seine Komplizen sind beim Abwischen behilflich. Beim Reinigungsversuch können sie so unbemerkt in die Taschen greifen.

Wie man sich gegen die Trickdiebe schützt

Insgesamt gab es im Vorjahr rund 5000 Anzeigen wegen Trickdiebstählen, etwa 4100 davon wurden in öffentlichen Verkehrsmitteln begangen, 800 in Wohnungen und Häusern. Die Zahl der Trickdiebstähle ist zwar rückläufig (2011 waren es rund 6300 Fälle), die Aufklärung solcher Taten ist für die Polizei jedoch oft schwierig. Denn oft merken die Opfer erst später, dass sie bestohlen wurden und können keine Angaben zu den Tätern machen.

„Wir raten, keine fremde Personen unter welchem Vorwand auch immer in die Wohnung zu lassen“, sagt Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Gas-, Strom oder Heizungsableser werden rechtzeitig schriftlich angekündigt. Kommen sie jedoch ohne Ankündigung, „lassen Sie sich einen Dienstausweis zeigen oder machen Sie einen Kontrollanruf bei der Firma“, sagt Keiblinger.

Außerdem rät die Polizei dazu, zuerst durch den Türspion zu blicken, bevor man die Tür aufmacht. Sollte man einer fremden Person öffnen, wird das Vorlegen einer Türkette empfohlen. Ein energisches Wegweisen eines ungebetenen Besuchers oder ein lauter Hilfeschrei können eine Straftat ebenfalls verhindern.

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