Vier Tote in Tirol: Ermittlungen gegen Bergführer

Die Lawine dürfte rund 700 Meter breit gewesen sein © Bild: APA/ZEITUNGSFOTO.AT

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach dem Lawinenabgang in den Tuxer Alpen gegen einen Schweizer wegen grob fahrlässiger Tötung.

Nach dem Lawinenabgang mit vier Toten am 2.453 Meter hohen Jochgrubenkopf in den Tuxer Alpen in Tirol am vergangenen Donnerstag hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen gegen den Schweizer Bergführer wegen grob fahrlässiger Tötung eingeleitet. Dies sagte ein Sprecher der Anklagebehörde der APA am Montag. Der Mann und drei weitere Tourengeher hatten den Lawinenabgang überlebt.

TIROL: MINDESTENS DREI TOTE NACH LAWINENABGANG
ABD0114_20170315 - SCHMIRN - ÖSTERREICH: ZU APA0478 VOM 15.3.2017 - Ein Lawinenabgang am Mittwoch, 15. März 2017, im Bereich des… © Bild: APA/ZEITUNGSFOTO.AT
Die achtköpfige Gruppe aus der Schweiz war gegen Mittag vom Gipfel des Jochgrubenkopfes über den Nordhang abgefahren. Dabei löste sich die Lawine, die alle acht Tourengeher mit in die Tiefe riss. Während sich der Bergführer und drei weitere Mitglieder selbst befreien konnten bzw. nur zum Teil verschüttet wurden, begruben die Schneemassen vier Wintersportler unter sich. Die ersten Einsatzkräfte waren etwa 15 Minuten nach der Alarmierung am Lawinenkegel.

Langer Einsatz

Alle Gruppenmitglieder waren gut ausgerüstet und hatten LVS-Geräte (Lawinenverschüttetensuchgerät, Anm.) bei sich. Aufgrund der großen Verschüttungstiefen - zwischen drei und zwölf Metern - nahm ihre Bergung dementsprechend viel Zeit in Anspruch. Die ersten drei Todesopfer wurden am Nachmittag geborgen. Der vierte Verschüttete konnte nach rund fünf Stunden aus den Schneemassen geholt werden.

TIROL: VIER TOTE NACH LAWINENABGANG
ABD0007_20170316 - SCHMIRN - ÖSTERREICH: ZU APA0478 VOM 15.3.2017 - Ein Lawinenabgang am Mittwoch, 15. März 2017, im Bereich des… © Bild: APA/ZEITUNGSFOTO.AT
Laut dem Leiter des Tiroler Lawinenwarndienstes, Rudi Mair, war es auf dem Hang schon mehrmals zu Lawinenunglücken gekommen. Es handle sich um "extrem steiles Gelände". Teilweise sei der Hang bis zu 40 Grad steil. Außerdem sei er nord- und somit schattseitig gelegen. Insgesamt habe es sich daher um "keine gute Tourenwahl gehandelt", hatte der Leiter des Lawinenwarndienstes gegenüber der APA erklärt.
( Agenturen , tem ) Erstellt am 20.03.2017