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Chronik Österreich
05/04/2020

Unterricht im Turnsaal: Maturanten machen den Anfang

Hygienelehrer und abgeklebte Handläufe sollen Infektionen verhindern. Eng wird es in zwei Wochen - wenn die Unterstufen zurückkehren.

Vor dem Unterricht steht das Händewaschen - so sah am Montag der erste Schultag nach der Corona-Sperre für viele Maturanten bzw. Schüler an Abschlussklassen in berufsbildenden mittleren Schulen (BMS) und Berufsschulen aus. Ebenfalls ungewohnt: Die von Schülern und Lehrern im Schulgebäude getragenen Masken.

An vielen Schulen fand der Unterricht außerdem nicht im normalen Klassenzimmer statt, sondern im Turnsaal - so etwa auch im Goethe-Gymnasium in der Astgasse in Wien-Penzing. Dort waren unter anderem die Handläufe an den Treppen mit Absperrband verklebt, auch am Boden fanden sich Streifen zur Abstandsregelung. Bereits am Eingang deutlich sichtbar waren die Hygieneregeln und Anweisungen zum richtigen Bewegen im Schulhaus.

Vorbereitet wurde diese über das lange Wochenende von zahlreichen freiwilligen Lehrkräften, so Direktor Hubert Kopeszki zur APA. "Wir haben 10.000 Quadratmeter an Schulfläche. Bis da alle Schilder und Plastikstreifen geklebt waren, hat es gedauert."

Organisatorisch sei es derzeit aber noch einfach. "Wir haben heute nur zwei Klassen mit 48 Schülerinnen und Schülern dagehabt, zwei Kollegen haben sich bereit erklärt, als Hygienelehrer zu fungieren und etwa das Händewaschen zu überwachen", meinte der Direktor. Außerdem würden Oberflächen und Klinken desinfiziert.

22 Prozent der Lehrer fallen aus

In zwei Wochen werde das mit der Rückkehr der Unterstufenschüler wesentlich schwieriger: "In der Unterstufe haben wir dann 400 Schüler, dazu kommen noch die Maturanten. Das wird eng werden. Wir werden dann andere Eingänge haben - heute haben wir nur den Haupteingang geöffnet, in zwei Wochen werden wir dann auch das hintere Tor aufmachen und mit einem Schleusenbetrieb arbeiten."

Dann müssten sowohl Raum- als auch Personalengpässe gemanagt werden: "Wir haben jetzt schon Wanderklassen", so Kopeszki. Und von den Lehrern würden 22 Prozent ausfallen, weil sie zur Risikogruppe gehören bzw. jemanden daraus daheim haben. "Wir werden auch dann Hygienelehrer haben, aber wir können die Eingänge nicht rund um die Uhr besetzen."

Den Eltern habe man eine zeitliche Staffelung des Schulbeginns ab 7.00 Uhr morgens angeboten. Das sei aber abgelehnt worden, die Kinder würden erst frühestens um 7.30 Uhr geschickt. Ab diesem Zeitpunkt müssten sie auch in irgendeiner Form beaufsichtigt werden.

Mit dem Verzicht auf den Turnunterricht habe man zumindest Raum gewonnen, so Kopeszki. Dieser wird zunächst für die Maturanten genutzt. Gleichzeitig müsse man aber parallel zum Unterricht auch jene Kinder beaufsichtigen, die zur Betreuung an die Schule kommen - an seiner Schule würden das vermutlich ein bis zwei Gruppen sein. Im Vollbetrieb werde man dafür vermutlich auch die Außenanlagen nutzen. "Da hoffen wir auf schönes Wetter."

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