© Kurier/Gilbert Novy

Bilanz
03/01/2021

Trotz Lockdown 5,2 Millionen Verkehrsstrafen

Die Anzeigenzahlen sanken weniger als das Verkehrsaufkommen. In Sachen Drogenlenker stiegen sie sogar an.

von Birgit Seiser

Nur all zu oft stand das Land 2020 still. Vor allem der erste Lockdown hatte große Auswirkungen auf Österreichs Straßen. Damals ging der Verkehr um mehr als 50 Prozent zurück. Seit November ist dieser Effekt zwar deutlich weniger zu spüren, das Verkehrsaufkommen sank – aufs gesamte Jahr gerechnet – aber dennoch um 20 Prozent.

Umso mehr stechen jene Zahlen heraus, die das Innenministerium bekannt gab. In einigen Bereich wurden sogar mehr Strafen verteilt als 2019. Am häufigsten mussten die Autofahrer im vergangenen Jahr wegen Geschwindigkeitsübertretungen zahlen. Insgesamt gab es 5,2 Millionen Strafen.

Viele Raser

Konkret erfasste die Polizei im Vorjahr 4.984.064 Temposünder. Das bedeutet einen Rückgang von bloß 16 Prozent im Vergleich zu 2019. Was darauf schließen lässt, dass diejenigen, die trotz Lockdowns unterwegs waren, die leeren Straßen für das Rasen so richtig „ausgenutzt“ haben.

Mit dem Jahreswechsel ist das aber empfindlich teurer geworden, weil zu hohe Geschwindigkeit in Österreich immer noch Hauptursache von tödlichen Unfällen ist. „Trotz eines Rückgangs des Verkehrsaufkommens zeigt die Bilanz, dass die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigt werden darf“, sagt Innenminister Karl Nehammer. Um den Tritt aufs Gaspedal unattraktiver zu machen, wurden der Strafrahmen von 2.180 Euro auf 5.000 Euro erhöht und die Grenzwerte für den Führerscheinentzug um 10 km/h gesenkt.

Dass viel Kontrolle auch viel bringt, zeigen Zahlen zu Lenkern, die unter Suchtmitteleinfluss erwischt wurden.

Wieder mehr Drogenlenker

Drogen am Steuer sind ein Thema, auf das sich die Polizei schon seit geraumer Zeit besonders konzentriert. Trotz Lockdowns stieg die Zahl um gleich 26,5 Prozent an. Die Polizei erwischte 2020 insgesamt 5.519 Fahrzeuglenker, die unter Suchtmitteleinfluss standen. Am häufigsten in Wien mit 2.421 Anzeigen und in Oberösterreich mit 1.199 Anzeigen auf.

Dass Lenker unter Drogeneinfluss immer öfter erwischt werden, hat auch damit zu tun, dass Beamte speziell darauf ausgebildet werden, zu erkennen, wenn jemand unter Drogeneinfluss steht. Zudem liefen Pilotprojekte mit Speicheltestgeräten, die Drogenkonsum nachweisen können, und bei den Kontrollen waren auch vermehrt Amtsärzte mit dabei.

Die Zahl der Alkolenker ist 2020 hingegen etwas zurückgegangen, nämlich um knapp 17 Prozent. Insgesamt wurden 1.222.681 Alkovortests durchgeführt – 25.705 hatten eine Anzeige zur Folge. Die meisten Alkolenker waren mit 4.766 in Wien unterwegs, gefolgt von Oberösterreich und Niederösterreich (siehe Grafik).

Handy und Gurt

Was das Angurten betrifft, sind viele Österreicher offenbar immer noch sehr nachlässig. 78.765 Organstrafmandate wurden geschrieben, weil die Verkehrsteilnehmer nicht angeschnallt waren. Der Rückgang von 19 Prozent liegt dabei im Bereich des Rückgangs des Verkehrsaufkommens.

Kaum weniger geworden sind Strafen für das Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung. Österreichweit gab es deshalb im Vorjahr 121.211 Anzeigen. Das sind nur 2,2 Prozent weniger als 2019. Ablenkung verursacht aber weiterhin über 20 Prozent der tödlichen Unfälle.

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