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Chronik Österreich
05/05/2019

Treffpunkt Wien mit Günther Lainer: Bei Backhendl über Wurstsalat

Günther Lainer sprach im Woracziczky über sein Kabarett mit einem Ernährungsberater

Wurstsalat. Welch widersprüchlicher Name für eine Speise, findet Günther Lainer. Wo Salat doch für gesundes Essen steht, was man vom Wurstsalat ja nur bedingt behaupten kann.

Welch perfekter Name also für sein neues Kabarettprogramm als Duo, das auf den ersten Blick ebenfalls widersprüchlich wirkt: Günther Lainer, der sich als Mensch gewordener Protest gegen den Diätwahn sieht, und Ernährungsberater Christian Putscher mit – wie es im Programmtext heißt – der Figur eines Zehnkämpfers.

Vor dem Auftritt

Kurz vor seinem nächsten Auftritt in Wien (am 8. Mai in der Kulisse) hat der KURIER Günther Lainer zum Mittagessen getroffen. Nicht bei Wurstsalat (der schmeckt ihm gar nicht), sondern bei Backhendl und Vogerlsalat im Woracziczky in Wien-Margareten.

Gut Ding

Kabarettist und Ernährungsberater: Wie hat sich das ergeben? „Ganz zufällig“, sagt Günther Lainer. „Vor 13 Jahren hat uns der Bauernbund hintereinander gebucht. Zuerst hat der Christian einen Vortrag gehalten, danach habe ich Kabarett gespielt. Und während er noch auf der Bühne ist, höre ich die Leute die ganze Zeit lachen. Und denk mir: Komisch, fürs Lachen bin doch ich zuständig, net der Ernährungsberater, der ist doch der Unsympathische.“ Er muss lachen. „Also habe ich ihm zugehört – und fand ihn super.“ Und weil die Sympathie gegenseitig war, beschlossen sie, gemeinsam etwas zu machen.

Bis zur Umsetzung dauerte es zwar zwölf Jahre, aber gut Ding braucht eben Weile. Geschrieben haben die beiden Oberösterreicher das Stück hauptsächlich in Wien. „Wir wollten das auf neutralem Boden tun, wo uns nichts ablenkt, also haben wir uns hier in ein Hotel eingemietet.“

Eigentlich wollte Günther Lainer ja lange Zeit nach Wien ziehen. „Meine Frau lebt aber lieber am Land. Also haben wir uns auf einen Kompromiss geeinigt: Linz. Das ist eine Stadt, aber doch keine Stadt, wenn man Wien kennt“, er grinst und schneidet ein Stück vom Backhendl ab, das ihm die Chefin serviert.

Das Gasthaus Woracziczky frequentiert er bei seinen Wien-Besuchen sehr oft. Serviert wird Hausmannskost – das Backhendl zählt mit dem Rostbraten zu den Top-Gerichten. Betrieben wird das kleine Gasthaus mit den weißen Wänden, der weißen Holzvertäfelung und den dunkelbraunen Holzstühlen von Marion und Christoph Wurz seit exakt zehn Jahren. Gestern, Samstag, hat die Jubiläumsfeier stattgefunden.

Apropos Jubiläum: Am Mittwoch hatte Günther Lainer 50. Geburtstag. Stressen ihn runde Geburtstage?

Runder Geburtstag

„Gar nicht“, sagt er, „ich hab aber auch jedes Jahr einen runden Geburtstag – von meiner Figur her.“ Er grinst, fährt ernster fort: „Wenn ich ehrlich bin: Ich hab mit 37 Jahren Darmkrebs gehabt – es ist alles gut ausgegangen –, aber danach ist so eine Gelassenheit gekommen. Mir war auf einmal klar: Worauf es ankommt, ist die Gesundheit. So gesehen bin ich einfach dankbar, dass ich den 50. Geburtstag erleben darf.“

Das Spannende: Seit er gelassen ist, kommen die Dinge auf ihn zu. Die Anfrage von „Was gibt es Neues“, die Lagerhaus-Werbung, das Kabarettprogramm mit Ernst Aigner, ein weiteres mit Klaus Eckel und nun mit Christian Putscher. „Was in den vergangenen zwölf Jahren passiert ist, ist ein Wahnsinn.“

Info

Wurstsalat

Schmackhafte Mischung aus Spaß und Information: Kabarettist Günther Lainer und Ernährungsberater Christian Putscher haben mithilfe von Harald Bodingbauer ein Kabarett geschrieben.

Zu sehen: 8. 5. Kulisse Wien, 10. 5. Freistadt, Salzhof, 13. 6. Marchtrenk, Trenk.s, 19. und  20. 9. Theater am Alsergrund, Tickets gibt es hier

Woracziczky

 

Die Speisen: Hausmannskost. Spargelcremesuppe (5,50 €), Gebackener Kalbskopf (13,50 €), Cremiger Schokoauflauf (7,50 €).

Die Getränke Melange 2,30 €, 1/8 l Hauswein 2 €, Krügerl Schremser 3,80 €.

Das Lokal: Nichtraucherlokal, kleiner Schanigarten.Geöffnet: Montag bis Freitag von 11.30 bis 14 Uhr und von 18 bis 23.30 Uhr.