Die Hungerburgbahn verbindet bereits Zentrum mit Hangsiedlung

© TVB Innsbruck/Lackner

Tirol
12/13/2018

Tiroler Bürgermeister offen für Stadtseilbahnen

Landesrätin Felipe will Lifte als Öffis forcieren. Bürgermeister von Telfs und Imst können sich das vorstellen

Die Innsbrucker Nordkettenbahnen sind eine Erfolgsgeschichte. „Wir gehen heuer Richtung 650.000 Fahrgäste“, sagt Geschäftsführer Thomas Schroll. Vor elf Jahren eröffnet, hat sich die Standseilbahn zum Touristenmagneten entwickelt. Andere Erwartungen haben sich nicht erfüllt.

Denn politisch verkauft wurde das zunächst massiv angefeindete Projekt auch als öffentliches Verkehrsmittel. Die Hungerburgbahn verbindet den gleichnamigen Stadtteil mit dem Zentrum im Tal.

Gerade einmal fünf Prozent nutzen das Gefährt, um zwischen Stadt und Berg zu pendeln. Auch wenn Schroll darauf pocht, „Teil des öffentlichen Verkehrs“ zu sein. Für die Hungerburg-Bewohner stehen Auto oder Bus weiter im Vordergrund.

Trotzdem taugt die Hungerburgbahn als Vorbild für künftige Projekte. Denn wie berichtet, will Tirols Verkehrslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) Seilbahnen in urbanen Räumen forcieren, um mit ihnen Lücken im Öffi-Netz zu schließen. Das ist dort interessant, wo Gemeinden Siedlungen in Hanglagen haben. Und von denen gibt es im inzwischen immer städtischer geprägten Inntal mit seinen Bergflanken etliche.

Beispielhaft hat Felipe hier etwa die Bezirkshauptstadt Imst im Tiroler Oberland genannt. Der Bahnhof der Gemeinde liegt weit ab vom Zentrum. „Die Idee ist gut. Eine Verbindung, für die es kein Auto benötigt, könnten wir brauchen“, sagt Bürgermeister Stefan Weirather (ÖVP). Und Verkehrsentlastung könnte der Stadt auch nicht schaden.

„Wir sind eine Drehscheibe zu den Tälern“, sagt der Bürgermeister. Imst ist ein Knotenpunkt im Tourismusverkehr. Der Skiverkehr von Deutschland über die Fernpassroute Richtung Arlberg, Paznauntal, Ötztal und Pitztal und retour rollt durch das Gemeindegebiet.

Über den Inn

Für eine mögliche Bahn zwischen Bahnhof und Ort, die wie in Innsbruck den Inn überwinden müsste, ist die Siedlungssituation in Imst ein Vorteil. „Wir haben hier sehr viel landwirtschaftliche Flächen“, erklärt Weirather.

Das ist insofern relevant, als urbane Seilbahnen schnell ein Akzeptanzproblem bekommen, wenn sie durch bewohntes Gebiet führen. Im dicht verbauten Telfs, das ebenfalls für ein solches Projekt in Frage kommen würde, wäre es schon schwieriger, eine geeignete Trasse zu finden.

Know-how vor der Tür

„Es ist unrealistisch, eine Seilbahn über Häuser zu bauen“, sagt Bürgermeister Christian Härting. Fakt ist: Es braucht in Tirols drittgrößter Gemeinde eine Verbindung zum Bahnhof, der hier ebenfalls auf der anderen Inn-Seite liegt.

Der Gemeindechef hält trotz der Schwierigkeiten eine Seilbahn für eine mögliche Variante: „Das ist Zukunftsmusik, für mich aber vorstellbar.“ Einen Startvorteil hat Telfs. Das Know-how liegt quasi vor der Tür: Seilbahnbauer Leitner hat einen Standort in der Gemeinde.

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