Verrückt nach Bubble Tea oder Boba Boba:  Das taiwanisches Getränk erlebt nach zehn Jahren ein „europäisches“ Comeback

© Kurier/Franz Gruber

Chronik Österreich
02/22/2021

Teezeremonie 2.0: Der Bubble Tea ist zurück

Warum "Boba", das Milchtee-Getränk aus Asien mit platzenden Kugeln, in Wien wieder im Trend ist.

von Nina Oezelt

Traditionelle Teezeremonien huldigen dem Tee: nicht nur im Ursprungsland China, sondern auch in Japan. Man sitzt dabei auf den Fersen, beobachtet den Teemeister bei der Zubereitung des zweitbeliebtesten Getränks der Welt (nach Wasser). 

Dann wird gemeinsam getrunken. Meist dauert das Stunden.

Da gibt es durchaus Parallelen: Denn für viele Jugendliche führt derzeit der Bubble Tea auch zu neuen Riten. Lange warten sie vor den Bubble-Tea-Shops der Stadt.

Meist gehen die 13- bis 30-Jährigen zu zweit, lange Gespräche gehören dazu. Dann muss man sich für eine der Optionen entscheiden: Schwarz- oder Grüntee, Milch oder Sirup, klein oder groß, welches Topping und welcher Geschmack? Die Kugeln, die zerplatzen – oder die zum Zerkauen? Mit oder ohne Frischkäse? Es gibt 100 Variationen.

Bei der Zubereitung sieht man den "Bobaristas" über die Schulter. Und schließlich macht man ein Insta-Posting oder dreht eine Insta-Story mit den bunten Getränken. Zum Finale lässt man dann die Kugeln im Mund zerplatzen oder man zerkaut sie.

Instagram, Tiktok und Youtube spielen für den Trend eine wichtige Rolle. Meine Kunden wollen Instagrammer sein.

Jia Jun „Stella“ Xu | „Teeamo“-Chefin in Wien

Jeden Sonntag machen Nora Krizanac und Asra Izler genau das. Sie sind beste Freundinnen, beide besuchen die 5. Klasse. In der Unterstufe gingen sie gemeinsam ins Laaerberg-Gymnasium. Jetzt ist Nora in einer anderen Schule und man sieht einander kaum noch. Daher gehen sie wöchentlich auf einen "Bubble Tea" für rund 5 Euro. Wie man auf diese Idee kommt?

"Corona spielte eine Rolle. Wir waren Zuhause, hatten Zeit. Videos auf Tiktok zeigten, wie man Bubble-Tea macht, was es ist und wie man das trinkt", erzählen die beiden Schülerinnen. Natürlich sehen sie auch Animes – also japanische Zeichentrickfilme – in der Freizeit.

Stylisch, digital, online

Die Shops sind meist futuristisch eingerichtet. Es gibt hauptsächlich Bildschirme - die, die Auswahl anzeigen. Im Teeamo gibt es eine Mooswand.

Boba O'Clock

Rund um den Perlentee tut sich einiges: Mittlerweile gibt es "Instant-Bubble-Tea" in Supermärkten, Vermarktungsstrategien wie bei Hello Kitty. Sie werden auch in Animes (japanische Zeichentrickfilme) konsumiert, auf TikTok, Youtube und Instagram gibt es Videos über Bubble Tea.

Viel Auswahl

In den Bubble-Tea-Shops gibt es eine große Auswahl: Die Kugeln können in nämlich in jeder Geschmacksorte hergestellt werden. Die Shops bieten unterschiedliches an.

Premium-Store

Auch der Bubble-Shop "Findtea" ist minimalistisch und futuristisch eingerichtet. 

Hype um Asiatisches

Im Bild: KAWS gilt als einer der erfolgreichsten Pop-Art Künstler weltweit: seine Figuren erinnern an Illustrationen des japanischen Malers Takashi Murakami.  

Made in Taiwan

Was genau hat es mit dem Bubble Tea auf sich? Das Trendgetränk aus Taiwan basiert auf gesüßtem Schwarz- oder Grüntee, der mit Milch und Sirup versetzt wird. Manche können warm getrunken werden, andere nur kalt.

Tapioka und Alginat

Eine zentrale Rolle bekommen die geleeartigen Kugeln: Jene zum Zerkauen sind aus Tapioka – ähnlich wie Kartoffelstärke, aus der Wurzelknolle der Maniokpflanze hergestellt. Jene, die zerplatzen, sind aus Alginat und mit einer flüssigen Füllung. Der neueste Trend sind Cheesecake-Toppings, heißt es.

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Tea Plus 
1., Krugerstraße 12
6., Stumpergasse 63

Teeamo
1., Goldschmiedgasse 9/3a

Findtea
1., Führichgasse 2

Shin Taiwanese Eatery
2., Praterstraße 22

Ichiban Tea Vienna
3., Ungargasse 66/Top 14

Maachai-Teestube
6., Mariahilfer Str.49

Le Chá
7., Schottenfeldgasse 6

Teastories
9., Spitalgasse 13

Bubble King
12., Meidlinger Hauptstraße 73

R & D Bubbleteas 
22., Wagramer Straße 94 

Nichts Neues

Bubble-Tea an sich ist nichts Neues. Bereits im Jahr 2010 kam es zum Perlen-Boom. Damals war das Getränk zu chemisch, zu süß. Zerstört wurde der Ruf des Getränks durch eine Uni-Studie aus Aachen, die besagte, dass Bubble Tea krebserregend sei. Diese wurde mittlerweile widerlegt.

Gesund oder Ungesund

Gesund ist das Getränk aber dennoch nicht unbedingt: "Bubble Tea ist kein natürliches Teegetränk, sondern enthält mit fast 7 TL Zucker pro 250 ml vergleichbare Zuckermengen wie Cola", sagt dazu Vanessa Amenta, Diätologin der ÖGK.

Aber auch dem wolle man jetzt entgegenwirken: Die Bubble-Tea-Shops bieten zuckerfreie und auch vegane Versionen an: "Man muss chinesische Produkte immer erst an den europäischen Markt anpassen. Glauben sie etwa, in China isst man Acht Schätze?", sagt dazu Jia Jun Xu, Franchisenehmerin bei Teeamo.

Phänomene, die bleiben

"Auch bei Running Sushi dachten viele, das Phänomen werde nach ein paar Jahren verschwinden – aber die Läden gibt es heute noch", sagt auch Johnny Lin, der Inhaber von "Find Tea".

Beide, Xu und Lin, planen bereits weitere Öffnungen.

"Meine Kunden wollen Instagrammer sein", sagt Xu. Meine Mitarbeiter machen Tiktok-Videos und tanzen. Das mögen die Kunden.

 

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Für Asra und Nora ist Bubble-Tea jedenfalls die neue Lieblingsbeschäftigung. Und er sorgt für Freude in einer nicht zuletzt für Teenager herausfordernden Zeit

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