Waltraud Schiffer blitzte bei der ÖVP als Spitzenkandidatin ab.

© /Landtag Steiermark

Steiermark
02/03/2015

Parteiwechsel: "Verwirrtes Demokratieverständnis"

Rochade: ÖVP-Landtagsabgeordnete wechselt für die Gemeinderatswahlen die Parteifarben.

von Elisabeth Holzer

Die Häme folgte sofort: Auf nur 24 Minuten Redezeit habe es Waltraud Schiffer in ihrer dreijährigen Zeit im Landtag bisher gebracht, hieß es gestern aus der ÖVP. Das war kurz bevor die Landwirtin ihren Wechsel von Schwarz zu Blau bei den Gemeinderatswahlen am 22. März verkündete.

Seit 2011 sitzt die dreifache Mutter im Landtag, seit 2005 ist sie in der Gemeindepolitik tätig. Nun wollte sie Spitzenkandidatin der ÖVP in ihrer Gemeinde Eggersdorf in Graz-Umgebung werden. Die Kommune wurde zu Jahresbeginn mit Brodingberg, Höf-Präbach und Hart-Purgstall zusammengelegt – nicht freiwillig, sondern gesetzlich vom Land verordnet. Dass ihre Partei aber nun ausgerechnet den früheren Bürgermeister von Hart-Purgstall, einen Fusionskritiker, zum Listenersten macht, habe sie zum Farbwechsel bewogen, begründete Schiffer.

"Ich war immer für die Fusion. Ich habe keinen Hehl daraus gemacht, dass ich Spitzenkandidatin werden möchte", betonte sie bei einem Pressetermin, flankiert von der steirischen FPÖ-Spitze mit Landeschef Gerhard Kurzmann, Nationalratsabgeordneten Mario Kunasek und Klubobmann Hannes Amesbauer. "Doch dann hat man mich in die hinterste Position gereiht. Das hat mir sehr weh getan." Deshalb tritt sie am 22. März als FPÖ-Spitzenkandidatin an und demnächst aus der ÖVP aus. Die Funktionen im Landtagsklub hat sie bereits zurückgelegt, bleibt aber wilde Abgeordnete. Ihre Politikergage will sie für die Orgel der Eggersdorfer Pfarrkirche spenden.

Schiffers bisherige Parteifreunde kommentierten den Abgang knapp."Die Kandidaten für die Gemeinderatswahlen werden bei uns demokratisch vor Ort gewählt", betonte Bezirksparteichef Ernst Gödl. "Sie wollte diese demokratische Entscheidung nicht akzeptieren." Schärfer formulierte Lukas Schnitzer von der Jungen VP: "Schiffer und die FPÖ zeigen damit ein vollkommen verwirrtes Demokratieverständnis."

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