Schwammstadt statt Kanal: So profitieren Stadtbäume von Starkregen
Schwammstadtprinzip wurde im Versuchsgarten der HBLFA Schönbrunn umgesetzt. 2023 wurde noch gebaut.
Auf einmal kam der Starkregen. Am Freitag schüttete es in Wien, viel Wasser rann in die Kanäle. Doch in den vergangenen Monaten hat es deutlich zu wenig geregnet. Im Osten Österreichs fiel heuer bis Ende Juni um bis zu 50 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Das setzt vor allem den Stadtbäumen zu.
Wie können sie künftig von Starkregen profitieren?
Wie kann man die Wassermassen speichern? Eine Antwort darauf ist das Schwammstadtprinzip.
Baumexperte Thomas Roth steht im Versuchsgarten der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Wien. „Wir brauchen ausreichend Wurzelraum für die Bäume“, sagt er. Gerade in Städten ist das eine Herausforderung. Vor ihm stehen zwei Baumreihen. Obwohl sie gleichzeitig gepflanzt wurden, ist eine deutlich besser gewachsen. Der Grund: Sie funktioniert nach dem Prinzip Schwammstadt. Deren Untergrund nimmt Wasser wie ein Schwamm auf und speichert es. Er besteht aus groben Steinen und Einschlämmmaterial. Darin können sich die Wurzeln gut ausbreiten. Über Drainagerohre wird das Regenwasser verteilt. Dadurch lässt sich auch Starkregen speichern, statt dass er ungenutzt in die Kanalisation abfließt.
Die Purpur-Erle ist ein sehr anpassungsfähiger Baum.
Zukunftsbaum Purpur-Erle
Damit all das funktioniert, braucht es geeignete Bäume. Eine Art, die sich auch in der Schwammstadt bewährt, ist die Purpur-Erle, Alnus x spaethii. Sie entstand 1908 zufällig in der Berliner Baumschule des Gärtners Franz Späth. Der Baum wird zwölf bis 15 Meter hoch und acht bis zehn Meter breit. Vor allem in jungen Jahren wächst er schnell.
Die Purpur-Erle ist erstaunlich anpassungsfähig. Sie verträgt Hitze, Trockenheit und Wind gut. Ihr Nachteil: Sie blüht bereits Ende Dezember, Anfang Jänner. Das kann Allergikern Probleme machen.
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