Chronik | Österreich
20.07.2018

Sprengkörper detonierten bei Wohnhausbrand in Kapfenberg

Obersteiermark: Einsatzkräften flog Granate entgegen. Nebenhaus wurde evakuiert, niemand verletzt.

Ein leer stehendes Wohnhaus im steirischen Kapfenberg ist in der Nacht auf Freitag in Flammen gestanden, der Brand hat mehrere Explosionen verursacht. Sie dürften laut Polizei durch eine noch nicht bekannte Menge an Sprengkörpern ausgelöst worden sein, die im und rund um das Haus gelegen sein dürften und teilweise detonierten. Nach Stunden schwieriger Löscharbeiten war gegen 9.30 Uhr "Brand aus".

Hitze brachte Granaten zur Explosion

Das Feuer in dem zweistöckigem Einfamilienhaus im Ortsteil Winkl in Kapfenberg (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) war kurz nach Mitternacht aus noch nicht bekannter Ursache ausgebrochen. Neben Müllansammlungen dürften auf dem Grundstück auch Kriegsrelikte, laut Feuerwehr soll es sich um Granaten handeln, gelagert worden sein. Sie explodierten durch die Hitzeentwicklung und führten zu einer Gefährdung der Feuerwehrleute. Eine Granate sei den Einsatzkräften sogar entgegengeschleudert worden.

Der Löschangriff war daher vorübergehend unterbrochen worden, um dann "statisch" mit unbemannten Wasserwerfern von außen weiter zu löschen. Rund 100 Feuerwehrleute von sieben Wehren waren im Einsatz. Zwei betagte Nachbarn hatten ihr Wohnhaus aus Sicherheitsgründen verlassen müssen.

Haus schon länger nicht bewohnt

Laut Polizeisprecher Markus Lamb handelte es sich um ein Einfamilienhaus, das vermutlich schon seit zwei Jahren nicht bewohnt war. Der frühere Besitzer soll verstorben sein, der neue Eigentümer wurde am Vormittag noch nicht von den Behörden erreicht. Das Haus sei vollgeräumt gewesen - ähnlich wie das angebaute Wirtschaftsgebäude. Beide brannten großteils nieder. Welche Sprengkörper sich in den Räumlichkeiten oder am Anwesen befanden und wohl noch befinden, ist bisher nicht klar. Es dürfte sich sowohl um Kriegsrelikte als auch um jüngere Materialien handeln. Sprengstoffkundige Organe der Polizei sowie Spezialisten des Entschärfungsdienstes waren vor Ort.

Brandursache soll ermittelt werden

Nach dem "Brand aus" sei nun laut Lamb noch alles voll mit Wasser und Schaum. Wenn sich diese Substanzen verflüchtigt haben, könne man mit der Spurensuche in den Trümmern beginnen. Ein Bagger werde wohl auch nötig sein. Die Brandursachenermittlung werde jedenfalls einige Tage dauern. Bisher sei völlig unklar, wie es zu dem Feuer kam. Von Brandstiftung über Selbstentzündung sei alles möglich. Verletzt wurde niemand.