Chronik | Österreich
01.12.2015

Spendenbericht: 12 Millionen Euro für Flüchtlinge

2015 spendeten die Österreicher insgesamt 600 Millionen Euro.

Kleiderspenden, Sachspenden, Übersetzungsarbeit am Bahnhof. Das Engagement der Österreicher gegenüber den Flüchtlingen aus Syrien wurde in den vergangenen Wochen immer wieder positiv hervorgehoben.

Im aktuellen Spendenbericht zeigt sich nun, dass sich auch Geldspenden immer häufiger auf Kriegsflüchtlinge konzentrieren. Bis Anfang November haben Österreicher 12 Millionen Euro für die Flüchtlinge gespendet.

Alleine beim großen Solidaritätskonzert "Voices for Refugees" am Heldenplatz Anfang Oktober konnten 160.000 Euro lukriert werden. Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe und Organisator des Konzerts freut das besonders: "Das gibt Hoffnung für die Zukunft."

Denn die Krise ist keineswegs vorbei. Deshalb appelliert Günther Lutschinger vom Fundraising Verband Austria an die Österreicher, diesen Bereich weiter zu unterstützen.

Generell zeigt sich die Spendenfreudigkeit der Österreicher ungebrochen. 600 Millionen Euro Spenden werden 2015 voraussichtlich in Österreich zusammenkommen. Die Top drei Bereiche bleiben weiterhin Kinder, Tiere und Katastrophenhilfe. An vierter Stelle sind jedoch nicht mehr wie im Vorjahr die Kirchen, sondern Obdachlose bzw. sozial benachteiligte Personen.

Oberösterreicher vorne

Am großzügigsten sind die Bewohner im Nordwesten des Landes. Oberösterreicher geben im Schnitt 154 Euro pro Spende aus. Das Schlusslicht bilden die Steiermark und Kärnten mit knapp 100 Euro pro Spende

Dafür ist die Beteiligung in Wien, NÖ und Burgenland höher. Hier spenden sieben von zehn Menschen.

Einen Grund für das generell positive Ergebnis sieht Günther Lutschinger in der steuerlichen Absetzbarkeit. Mittlerweile gibt es 1135 spendenbegünstigte Organisationen im Land. Trotzdem gibt es Handlungsbedarf. Denn etwa der Tierschutz und Bildungseinrichtungen werden weiterhin nicht unterstützt und das bedeutet: "Spenden für Schulen in entwickelten Ländern wie Serbien sind absetzbar, für österreichische Schulprojekte aber nicht."

Gemeinnützigkeitsgesetz

Kommendes Jahr wird es aber jedenfalls eine weitere Erleichterung geben. Am 1. Jänner 2016 tritt das erste Gemeinnützigkeitsgesetz in kraft. Dadurch wird die Gründung von Stiftungen vereinfacht. Die Grunderwerbssteuer und Eintragungsgebühr fällt weg. Spenden in den Vermögensstock werden bis 500.000 Euro begünstigt. Laut einer Studie von EcoAustria könnten aufgrund der besseren Rahmenbedingungen in den kommenden fünf Jahren 2900 neue Jobs entstehen.