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Chronik Österreich
11/16/2019

So erkennt man Fake-Rezensionen

Immer öfter werden Bewertungen im Internet gefälscht. Wie man diese als Verbraucher aufspüren kann.

von Andreea Iosa

80 Prozent der Konsumenten richten ihre Auswahlentscheidungen nach Kundenbewertungen im Internet, schreibt die Arbeiterkammer. Sie bilden die Vertrauensbasis zu einem Produkt, einem Standort oder einer Person. Immer öfter werden jedoch falsche Beurteilungen, sogenannte Fakes, abgegeben – unter anderem gegen Bezahlung.

Positive Kundenbewertungen werden laut WKO auf Dienstleistungsportalen zum Stückpreis angeboten. Bei „PromotingTeam“ beginnt der Preis schon bei 10 US-Dollar, bei „Buy Review Service“ bei 70. Auch sogenannte „Reputation Management Agenturen“ können im Auftrag von Unternehmen positive Rezensionen verfassen.

Fakes bekämpfen

Künftig verpflichtet die EU Händler dazu, Kunden aufzuklären, ob Bewertungen überprüft wurden und wenn ja, wie. „Auch muss transparent gemacht werden, ob die Bewertung tatsächlich vom Verbraucher stammt und ob er das Produkt auch genutzt oder gekauft hat“, sagt Daniela Zimmer von der AK.

Automatisierte Systeme

Plattformen wie Amazon oder Tripadvisor kämpfen laut eigenen Angaben bereits aktiv gegen Manipulationen. Laut dem aktuellen Transparency Report von Tripadvisor wurden heuer 1,4 Millionen Fake-Bewertungen auf der Seite ausgesondert.

Amazon konnte im vergangenen Jahr über 13 Millionen Versuche unterbinden, eine unechte Bewertung abzugeben, wie ein Sprecher gegenüber dem KURIER erklärt. Missbräuchliche Bewertungen würden mithilfe automatisierter Systeme und Prüfteams identifiziert.

Dabei lege Amazon zahlreiche Daten – wie das erworbene Produkt und Kaufdatum – übereinander. Je mehr Informationen das System bekommt, umso mehr Zusammenhänge kann es über die Echtheit von Bewertungen erkennen. „Wir verwenden maschinelles Lernen, um alle eingehenden und bestehenden Rezensionen zu analysieren und bei Bedarf zu entfernen“, sagt er.

Manipulation erkennen

Auch Verbraucher haben Möglichkeiten, falsche Beurteilungen zu erkennen. Laut Zimmer in erster Linie, indem sie breiter recherchieren und Bewertungen auf anderen Portalen vergleichen, statt etwa bloß die von Amazon anzuschauen. „Und wenn 10 Menschen einen relativ gleichen Text geschrieben haben, riecht das stark nach Fake“, sagt sie.

Ratsam ist auch, einzelnen Nutzern auf den Zahn zu fühlen. Zeigt etwa sein Profil an, dass er bislang nur eine einzige Bewertung abgegeben hat, sollte man kritisch sein. Gibt er innerhalb kürzester Zeit positive Bewertungen für verschiedenste Orte ab – etwa für Hotels einer Kette in New York, Istanbul und Tokio – könnten diese gekauft sein.

Auch Online-Plattformen wie „Review Meta“ oder „Fakespot“ helfen, Bewertungen auf ihre Echtheit zu überprüfen.

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