© APA/DANIEL SCHARINGER

Chronik Österreich
11/30/2020

Schussattentat in Zell am See dürfte geklärt sein

Laut Polizei soll der 31-jährige Hauptverdächtige bei der Tat Anfang Juli acht Schüsse auf einen 40-jährigen Wiener abgegeben haben.

Nach fast fünf Monaten dürfte eine Schießerei in Zell am See, bei der ein 40-jähriger Wiener nur mit schwersten Verletzungen überlebte, geklärt sein. Die Polizei veröffentlichte am Montag weitere Erkenntnisse in dem Fall. Der mutmaßliche Täter, ein 31-jähriger Niederländer, soll demnach mindestens acht Schüsse auf sein Opfer abgegeben haben.

Der Mann wurde wegen des Verdachtes des versuchten Mordes, schweren Raubes, der Freiheitsentziehung und Aussetzung bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt. Nach den Schüssen dürfte der Hauptverdächtige den Wiener im Kofferraum in ein Waldstück gefahren und dort über einen Abhang gestoßen haben.

Grund für Streit unbekannt

Der Vorfall ereignete sich in der Nacht auf den 8. Juli. Die beiden Männer waren im Auto des Wieners unterwegs, aber schon nach kurzer Fahrt dürften sich die beiden aus bisher unbekanntem Grund in die Haare geraten sein.

Der Niederländer stieg dann aus, ging bis zum Fahrbahnrand und feuerte von dort mindestens sieben Schüsse auf den Wiener ab. Nach wenigen Metern Fahrt stürzte sich das Opfer aus dem Wagen und blieb nahezu regungslos am Gehsteig liegen. Der Schütze lud den 40-Jährigen in den Kofferraum des angeschossenen Wagens und gab mindestens einen weiteren Schuss auf ihn ab.

Verdächtiger schweigt

Anschließend fuhr er in einen Wald, wo er den Verletzten über eine steile Böschung hinunterstieß. Der Niederländer wurde in seinem Appartement von der Polizei kontrolliert, weil er seine Schlüsselkarte verloren hatte. Als die Beamten dann noch Munition in der Wohnung fanden, nahmen sie ihn vorläufig fest. Im Nahbereich der Unterkunft stießen sie auch auf das Auto des Wieners, in dem auf dem Beifahrersitz die Tatwaffe lag.

Da der Wiener trotz seiner Verletzungen noch einen Notruf absetzte, fand ihn die Polizei schwerst verletzt in unwegsamem Gelände. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. „Das Opfer überlebte mit schwersten Verletzungen und wurde mittlerweile in häusliche Pflege entlassen“, hieß es in der Aussendung der Polizei. Als Motiv wird vermutet, dass der Niederländer dem Wiener das Auto rauben wollte. Zur genauen Tat will sich der Verdächtige frühestens in der Gerichtsverhandlung äußern. Er soll laut Polizei als Einzeltäter gehandelt haben.

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