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Chronik Österreich
10/28/2019

Schüsse im Hotelzimmer: Opfer war Gemeinderat

Eine 36-Jährige soll ihren Bekannten, 50, und dann sich selbst erschossen haben. Nun werden immer mehr Details bekannt.

von Patrick Wammerl, Johannes Weichhart

In der Nacht auf Samstag wurden Gäste eines Vier-Stern-Hotels in St. Pölten aus dem Schlaf gerissen: Grund dafür waren Schüsse.

In einem Zimmer des beliebten Beherbergungsbetriebes soll es gegen 0.20 Uhr zu einer Schreckenstat gekommen sein: Laut Oberstleutnant Sonja Stamminger von der Landespolizeidirektion Niederösterreich gab es einen Mord und einen anschließenden Selbstmord. Zwei Getötete wurden in dem betreffenden Zimmer gefunden: Bei den Toten handelt es sich um die 36-jährige Michaela L. aus Wiener Neustadt und den 50-jährigen Werner H. aus Böheimkirchen. Laut ersten Erkenntnissen dürften beide bei den Österreichischen Bundesbahnen beschäftigt gewesen sein. Er war auch Politiker in seinem Heimatort. Die 36-Jährige dürfte zuerst H. und dann sich selbst erschossen haben. Diesen Hergang habe die Schusshandbestimmung ergeben.

Die Hintergründe der schrecklichen Bluttat blieben auch am Sonntag noch unklar und waren Teil der weiteren Ermittlungen des Landeskriminalamtes.

Beziehung

„Es dürfte sich um ein Beziehungsdrama handeln“, erzählte ein Ermittler gegenüber dem KURIER bereits am Samstag. In welcher Beziehung die beiden standen, ist unklar. „Sie dürften einander aber offensichtlich gekannt haben“, heißt es seitens der Exekutive. Für die Faustfeuerwaffe, die bei dem Mord und dem Suizid verwendet wurde, besaß die Frau eine „gültige waffenrechtliche Urkunde“.

Durch das am Wochenende stattfindende Beatpatrol-Festival war das Hotel zum Tatzeitpunkt fast ausgebucht. Viele Gäste hörten die Schüsse und bekamen das anschließende Großaufgebot von Polizei und Rettung mit. Rasch war klar, dass für sie keine Gefahr bestand. Für Montag werden weitere Details und Ergebnisse der Ermittlungen erwartet.

Wer Suizid-Gedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge in Österreich kostenlos unter der Rufnummer 142.

Das neue österreichische Suizidpräventionsportal www.suizid-praevention.gv.at bietet Informationen zu Hilfsangeboten für drei Zielgruppen: Personen mit Suizidgedanken, Personen, die sich diesbezüglich Sorgen um andere machen, und Personen, die nahestehende Menschen durch Suizid verloren haben. Das Portal ist Teil des österreichischen Suizidpräventionsprogramms SUPRA des Gesundheitsministeriums.

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