© Kurier/Franz Gruber

Wetter
01/03/2017

Schneefälle in weiten Teilen Österreichs

Windspitzen bis 100 km/h im Osten. Dreikönigstag bringt bis zu minus 15 Grad in Salzburg und minus 7 Grad in Wien.

Das Neue Jahr beginnt in Österreich winterlich: Eine Kaltfront sorgt für weiterhin tiefe Temperaturen.

Von Norden und Nordwesten her ziehen am Mittwoch immer dichtere Wolkenfelder heran und damit breiten sich Schneefall und Schneeregen langsam über weite Teile des Landes aus, wie die ZAMG mitteilte.

Wetterbegünstigt bleibt allerdings der Süden. Dort scheint zeitweise die Sonne und es bleibt überwiegend trocken und auch schwach windig. Überall sonst weht starker Westwind, der im Tagesverlauf zeitweise sogar stürmisch bläst. Am Mittwoch sind im Osten, insbesondere im Wienerwaldgebiet, teilweise Windspitzen bis 100 km/h zu erwarten. Von minus zehn bis zwei Grad in der Früh steigen die Temperaturen tagsüber auf minus ein bis sechs Grad.
Von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich kommt es an der Alpennordseite besonders in den Staulagen auch amDonnerstag zu häufigen weiteren Schneefällen. Dort gibt es kaum Lücken in der dichten Wolkendecke. Weiter östlich und vor allem im Süden bleibt es trocken und in diesen Regionen zeigt sich, oft auch für längere Zeit, die Sonne. Der Wind bläst weiterhin verbreitet lebhaft bis kräftig aus West bis Nordwest und lässt erst am Nachmittag nach. Nur im Süden ist es windschwach. In der Früh hat es maximal minus sieben bis minus ein Grad, am Tag minus zwei bis plus zwei Grad.
Nach dem stürmischen und teils auch niederschlagsreichen Wetter stellt sich amDreikönigstag allmählich wieder etwas ruhigeres, aber sehr kaltes Winterwetter ein. In den meisten Regionen gibt es am Donnerstag recht viel Sonnenschein, die meisten Sonnenstunden sind dabei für den Westen und Süden zu erwarten. Allgemein weht oft nur mehr schwacher Wind, lediglich im Osten und teils auch auf den Bergen bläst tagsüber noch lebhafter, kalter Wind aus nördlichen Richtungen. Es ist aber nicht nur dem Empfinden nach eisig: In Salzburg liegen die Frühtemperaturen am Freitag etwa bei bis zu minus 15 Grad, für Wien werden minus sieben Grad prognostiziert.

Schnee und Alkohol: Zahlreiche Verkehrsunfälle mit Verletzten

Die winterlichen Fahrverhältnisse haben in Oberösterreich seit Montagnachmittag zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit Personenschaden geführt. Verschärfend war bei einigen noch Alkohol im Spiel. Die oö. Polizei informierte am Dienstag in Aussendungen über zahlreiche Unglücke, bei denen insgesamt mindestens zwölf Menschen verletzt wurden.

Montagnachmittag geriet in Thalheim bei Wels ein 42-Jähriger mit seinem Kleinlaster auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit einem anderen Fahrzeug. Bilanz: drei Verletzte. Der Unfalllenker hatte laut Vortest 1,52 Promille. Kurz darauf kam in Maria Schmolln (Bezirk Braunau) ein 43-Jähriger mit seinem Pkw ins Rutschen. Das Auto fuhr auf eine Leitschiene auf und wurde etwa zehn Meter durch die Luft geschleudert. Der Lenker - 0,9 Promille - blieb unverletzt. Am Fahrzeug entstand Totalschaden, der Führerschein ist weg.

In Innerschwand (Bezirk Vöcklabruck) blieb am Dienstag ein 47-jähriger Alkolenker mit 1,44 Promille beim Einbiegen auf eine ansteigende Straße hängen. Er wollte erneut Schwung holen und schob noch einmal zurück. Dabei übersah er einen herannahenden Pkw und es kam zur Kollision. Der 21-jährige Lenker des anderen Wagens erlitt dabei Verletzungen und wurde in das Landeskrankenhaus Salzburg gebracht.

Aber auch etliche nüchterne Lenker verloren wegen der winterlichen Straßenverhältnisse die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. Montagabend stürzte in Taufkirchen an der Pram (Bezirk Schärding) eine 42-jährige Mofa-Fahrerin, als sie auf einer abschüssigen schneeglatten Straße bremsen wollte. Kurz darauf schlitterte in Saxen (Bezirk Perg) eine 18-jährige Autolenkerin in den Gegenverkehr und prallte gegen den Wagen einer 53-Jährigen aus Schwertberg. Alle an diesen Unfällen Beteiligten wurden verletzt ins Spital eingeliefert.

In Esternberg (Bezirk Schärding) krachte Montagabend ein 34-Jähriger mit seinem Wagen, in dem auch seine Lebensgefährtin sowie die beiden zwei und sechs Jahre alten Töchter mitfuhren, gegen einen Brückenpfeiler. Die Frau und das jüngere Mädchen wurden dabei verletzt. In Reichersberg (Bezirk Ried im Innkreis) landete ein 47-jähriger Ungar im Spital, nachdem sein Auto von einem schneebedingt ausscherenden Lkw-Anhänger gestreift worden war.

Dienstag früh fand die Serie der Unfälle eine Fortsetzung: In Rottenbach im Bezirk Grieskirchen kam ein 24-Jähriger mit seinem Auto von der rutschigen Fahrbahn ab und überschlug sich mehrmals. In Leonstein (Bezirk Kirchdorf) schlitterte ein 41-Jähriger auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit dem Wagen einer 20-Jährigen. Die junge Frau musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Mann und seine zehnjährige Tochter blieben unverletzt. Der Motorblock aus dem Wagen des 41-Jährigen wurde durch die Wucht des Zusammenstoßes 15 Meter weit in eine Wiese geschleudert.

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Feinstaub-Belastung 2016 unter dem Durchschnitt

Die Feinstaub-Belastung des Jahres 2016 ist in Österreich wieder deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahre gelegen. Der Wert ist laut einer vorläufigen Bilanz des Umweltbundesamtes ähnlich wie in den bisher am niedrigsten belasteten Jahren 2014 und 2015. An Messstellen in Graz und Kärnten wurden die Grenzwerte aber überschritten.

Besonders niedrig belastet waren laut der Bilanz der Norden und Nordosten. Zahlreiche Messstellen in Wien, Nieder- und Oberösterreich registrierten 2016 die wenigsten Überschreitungen des Grenzwertes für den Tagesmittelwert von 50 μg/m3 seit Beginn der Messung. Überschreitungen des Grenzwertkriteriums nach IG-L (mehr als 25 Tagesmittelwerte über 50 μg/m3) wurden 2016 an zwei Messstellen in Kärnten (Klagenfurt und Ebenthal) und an vier Messstellen in der Steiermark (Graz) registriert.

Der wesentlichste Faktor für die vergleichsweise niedrige Belastung 2016 war - wie schon 2014 und 2015 - das warme Wetter in allen Wintermonaten. Zusätzlich gab es wenige Inversionslagen - also Wettersituationen, in denen sich der Feinstaub in bodennahen Luftschichten anreichert. Auch der grenzüberschreitende Schadstofftransport aus Ostmitteleuropa trat vergleichsweise selten auf.

Hauptverursacher von Feinstaub sind laut einer Aussendung des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) Industrie, Heizen und Verkehr. "Der Kfz-Verkehr verschmutzt die Luft durch seine Abgase, durch Reifen-und Bremsabrieb sowie durch Aufwirbelung. Je kleiner die Feinstaubpartikel, umso stärker beeinträchtigen sie die Gesundheit", sagte VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Größerer Feinstaub (PM10) bleibe in den oberen Atemwegen (Nase, Rachen) "hängen". Die kleinsten Partikel (PM0,1 bis PM1) könnten hingegen bis in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen und bei den Organen chronische Entzündungen verursachen.

Die vorläufige Feinstaubbilanz 2016 beruht auf vorläufigen Daten aus den Luftgütemessungen der Ämter der Landesregierungen und des Umweltbundesamtes. Die Qualitätssicherung der Daten wird im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen, erst damit werden auch die definitiven Grenzwertverletzungen festgestellt.

2016 war das viertwärmste Jahr der Messgeschichte

Mit einem Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel war 2016 in Österreich ex aequo mit 2007 das viertwärmste Jahr der 250-jährigen Messgeschichte. Es gab zehn überdurchschnittlich warme, aber nur zwei zu kühle Monate. "Auffallend war heuer vor allem, dass es fast keine langen sehr kühlen oder kalten Wetterphasen gab", so Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Die höchste Temperatur des Jahres wurde mit 36,0 Grad am 11. Juli in Krems gemessen. Die tiefste Temperatur registrierte die ZAMG am 18. Jänner 2016 mit minus 28,2 in Tirol an der Wetterstation am Hinteren Brunnenkogel am Pitztaler Gletscher in 3.437 Meter Seehöhe. Die tiefste Temperatur an einem bewohnten Ort wurde am selben Tag mit minus 23,4 Grad Celsius in Lech am Arlberg (1.442 Meter) gemessen.

Die Niederschlagsmenge lag heuer um zehn Prozent über dem vieljährigen Mittel. "Das ergibt einen Platz unter den 25 nassesten Jahren seit Beginn der Niederschlagsmessungen im Jahr 1858", weiß Orlik. Besonders nass waren heuer der Jänner mit 44 Prozent mehr Niederschlag, der Februar mit plus 105 Prozent, der Mai mit plus 47 Prozent und der Juni mit plus 37 Prozent.

Trotz der vielen feuchten Monate brachte 2016 überraschenderweise um vier Prozent mehr Sonnenschein als ein durchschnittliches Jahr. Das entspricht einem Plus von rund 60 Stunden. Zu dieser knapp überdurchschnittlichen Bilanz trugen vor allem die sehr sonnigen Monate August, September, November und Dezember bei.

In der Temperaturbilanz gab es nur in zwei Monaten extremen Ausreißer: Der Februar 2016 war mit einer Anomalie von plus vier Grad der relativ wärmste Monat in diesem Jahr und der drittwärmste Februar in der heimischen Messgeschichte. Der relativ kälteste Monat (Oktober) war um 0,4 Grad kälter als das klimatologische Mittel. Dennoch ist das Jahr mit einer Abweichung von 1,0 Grad Celsius zum Mittel der Referenz-Klimaperiode (1981 bis 2010) nach 2014, 2015 und 1994 das viertwärmste der knapp 250-jährigen Messgeschichte.

Die Temperaturabweichung nach oben ist nicht so sehr durch lang anhaltende und extreme Hitzeperioden geprägt, sondern es fehlten vor allem länger anhaltende kältere Phasen. Auch die Intensität dieser kühlen Phasen war mit wenigen Ausnahmen nicht sehr stark. Dennoch wurden Ende April mit einem massiven und für diese Jahreszeit ungewöhnlich starken Kaltluftvorstoß viele landwirtschaftliche Kulturen stark beschädigt oder es kam sogar zu einem totalen Ausfall der Ernte.

Die Niederschlagsmenge war heuer um zehn Prozent höher als in einem durchschnittlichen Jahr. Zehn bis 30 Prozent Plus kamen von Osttirol über Kärnten bis ins Weinviertel zusammen. Im Kärntner Seengebiet und punktuell in Niederösterreich summierten sich 20 bis 30 Prozent mehr Niederschlag. Von Vorarlberg bis Oberösterreich lag er im Normalbereich. Im nördlichen Waldviertel gab es um zehn bis 20 Prozent weniger Regen und Schnee als in einem durchschnittlichen Jahr.

Mit einem Überschuss von 34 Prozent war der September der sechstsonnigste September in Österreich seit 1925. Auch der August (plus 10 Prozent), der November (plus 12 Prozent) und der Dezember (plus 40 Prozent) trugen zu dem leichten Jahres-Plus an Sonnenschein bei. Besonders trüb verliefen die Monate Februar und Oktober.

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