Schnee auf Pisten und Straßen

In den Wintersportorten freuen sich Hoteliers und Skilift-Betreiber auf Gäste. Für Kurzentschlossene gibt es noch Zimmer.

Der Start in die Semesterferien beginnt im Osten und Südosten mit kräftigem Schneefall, am Nachmittag hellen Sonnenfenster den Himmel auf. Tags darauf klettern die Temperaturen von minus fünf auf plus drei Grad; am Samstag verwöhnt uns dann bundesweit häufig die Sonne. Mit minus sieben Grad beginnt der erste volle Ferientag recht kalt; wärmer als fünf Grad wird es nicht. Nördlich des Alpenhauptkamms lockert es am Sonntag auf, im restlichen Österreich aber regieren Wolkenfelder. Mit Schneefall muss in Vorarlberg, Kärnten, Tirol , der Steiermark sowie dem Süd- und Mittelburgenland gerechnet werden. Die Frühtemperaturen fallen bis minus elf Grad.

Schneemann-Woche

„Endlich tief verschneit und gut gebucht“, heißt es aus den voralpinen Ski-Dorados Göstling am Hochkar und Lackenhof am Ötscher zum Ferienstart in Ostösterreich. Um den Gästen zusätzliche Abwechslung zu bieten, wurde in Göstling eine „Schneemann-Woche“ ausgerufen. Sonntagabend steigt die große Party dazu. Schon Samstagabend gibt es in Lackenhof eine DJ-Session und die Show „Fire & Ice“. „Beständiges Winterwetter ist jetzt unbezahlbare Werbung für den März, da schaut es bei den Buchungen noch sehr trist aus“, schildert Franz Kupfer, Touristik-Obmann der Göstlinger Alpen.
Das Hochkar ist auch einer der sechs Schauplätze, an dem ab kommendem Jahr Wintersport-Wochen für Schüler angeboten werden. Bei Schulskikursen, die in Niederösterreich stattfinden, zahlt das Land die Liftkarten.

Startklar sind auch die steirischen Skiregionen: Mathias Schattleitner von der Region Schladming-Dachstein berichtet über eine „sehr gut Buchungslage“. Für Spontanurlauber gibt es aber noch freie Zimmer. Das Ambiente ist so, wie es sich Urlauber wünschen: „Wir haben mehr als genug Schnee“, meldet Georg Bliem von der Planai – in Schladming gäbe es „auch abseits der Pisten eine tolle Winterlandschaft“, weiß Schattleitner.
„80 Zentimeter Schnee und 100 Kilometer Pisten“, meldet Touristiker Kurt Genser vom Nassfeld in Kärnten. Dort sind die erste und dritte Februar-Woche bestens gebucht, in der zweiten erwartet man Kurzentschlossene. Das Nassfeld lockt mit zahlreichen „Zuckerln“: Freitags werden im Millenniums-Express Kärntner Kasnudeln zubereitet, an Samstagen bietet man am Abend Nachtskilauf inklusive einer „Schmankerl-Gondel“.

In Obertauern, Salzburg, kann man sich vor prachtvollem Naturschnee kaum noch retten. „In der Nacht sind 30 Zentimeter gefallen“, freut sich Mario Siedler vom Tourismusverband. Der Skiort ist in der ersten Ferienwoche fast ausgebucht. Ähnlich im Tiroler Ischgl: „Schneefall ist die beste Werbung und davon haben wir gerade reichlich“, sagt Tourismus-Chef Andreas Steibl.

Asfinag im Dauereinsatz

1400 Asfinag-Mitarbeiter stehen über das Ferienwochenende im Einsatz. Denn vor allem im Norden Österreichs ist mit Schnee und gefrierendem Regen bei der Anreisen in die Wintersportzentren zu rechnen. Heimo Maier-Farkas vom Asfinag-Winterdienst warnt: „Auf höher gelegenen Autobahnabschnitten wie bei der Tauern-, Brenner- aber auch der Wiener Außenringautobahn kann das Wetter jederzeit tief winterlich werden.“

Jährlich landen 5.000 Rodler im Spital

Jedes Jahr verunglücken in Österreich rund 5.000 Personen beim Rodeln und Bobfahren so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) riet am Mittwoch, auf gute Ausrüstung hinsichtlich Kleidung und Art der Rodel, angepasste Geschwindigkeit und sichere Rodelstrecken zu achten.

Jeder zweite verunfallte Rodler erleidet Knochenbrüche (53 Prozent) und jeder fünfte Sehnen- und Muskelverletzungen (21 Prozent). Gehirnerschütterungen machen neun Prozent aller Verletzungen aus, berichtete das Kuratorium. Rund die Hälfte aller Rodelunfälle sind Stürze auf gleicher Ebene (46 Prozent), gefolgt von Stürzen aus der Höhe beim Abkommen von Strecken (27 Prozent). Oft geht ist die Unfallursache der Kontrollverlust wegen zu hoher Geschwindigkeit. 19 Prozent der Verletzungen resultieren aus Zusammenstößen mit festen Hindernissen sowie mit anderen Wintersportbegeisterten.

Leichtsinniges Verhalten

"Besonders leichtsinnig ist es beispielsweise, liegend mit dem Kopf voran zu rodeln oder Rodeln zusammenzubinden und mit anderen in Kolonne die Piste hinunterzufahren", warnte Klaus Robatsch vom KFV. Generell sollte man nur dafür vorgesehene Strecken und Hängen benutzen. Außerdem will die richtige Bremstechnik gelernt sein. Man sollte dazu nicht nur die Fersen einsetzen, sondern die gesamte Fußsohle. "Die Füße dabei dicht an die Kufen stellen und die Rodel erforderlichenfalls vorne nach oben ziehen", erklärte Robatsch. Auch das Kurvenfahren - vor allem unter hoher Geschwindigkeit - müsse man üben.

( Kurier ) Erstellt am 29.01.2015