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Chronik Österreich
02/08/2019

Salzburgs FPÖ-Chefin Svazek liebäugelt mit Jobwechsel

Marlene Svazek will Bürgermeisterin in ihrer Heimatgemeinde werden und könnte der FPÖ so für andere Ämter ausfallen.

von Matthias Nagl

Großgmain war schon immer ein umkämpfter Ort. Vor 900 Jahren thronten die Ritter von der Plain auf ihrer Burg hoch über dem Dorf und verbreiteten in der nahen Stadt Salzburg Angst und Schrecken. Heutzutage möchte Landesparteichefin Marlene Svazek bei der Gemeinderatswahl am 10. März die absolute Mehrheit der ÖVP brechen. Angst und Schrecken verbreitet sie aber höchstens in der eigenen Parteizentrale.

Denn Svazek ist es ernst mit dem Bürgermeisteramt. „Wenn man in so einer kleinen Gemeinde antritt, hat man die Verantwortung, dass man länger bleibt als drei, vier Jahre. Es ist einkalkuliert, dass ich das fünf Jahre oder länger mache, wenn ich gewählt werde“, sagt Svazek zum KURIER. Die 26-jährige ist in dem zwischen Untersberg, Lattengebirge und Staufen idyllisch gelegenen Ort aufgewachsen.

Emotionale Angelegenheit

Nicht zuletzt deshalb will sie hier den nächsten Schritt ihrer Politkarriere gehen. „Es war immer klar, dass ich in meiner Heimatgemeinde antrete, wenn ich nach Salzburg zurückkomme. Das hat für mich auch eine emotionale Wertigkeit“, sagt Svazek.

Ihre klare Ansage bedeutet, dass sie bei einem Wahlsieg in der 2600-Einwohner-Gemeinde mittelfristig weder für ein Amt auf Bundes- noch auf Landesebene zur Verfügung stehen würde. Nur den Posten der Klubobfrau im Landtag will sie auf jeden Fall behalten. Die nächste Nationalratswahl ist in dreieinhalb Jahren, die nächste Landtagswahl in vier Jahren.

Der Wahlsieg ist ihr großes Ziel – und durchaus möglich. Bei der Landtagswahl vor einem Jahr war Großgmain die einzige Gemeinde, in der die FPÖ die stärkste Partei wurde. Selbst ihr größter Gegner, der amtierende Bürgermeister Sebastian Schönbuchner, will keine Prognose abgeben. „Der Bürger wird entscheiden, ich traue mir nicht sagen, wie das ausgeht“, sagt er.

SALZBURG-LANDTAGSWAHL: SVAZEK (FPÖ) / STIMMABGABE..

Unterstützung von Kickl

Auch Schönbuchner ist kein politisches Leichtgewicht. Er ist seit 24 Jahren Bürgermeister und Obmann des Raiffeisenverbandes Salzburg. Angst vor dem Scheitern hat Svazek dennoch nicht. „Wenn es sich nicht ausgeht, geht es sich eben nicht aus“, sagt sie.

Hilfe von höchster Ebene hat Svazek jedenfalls. Am vergangenen Freitag kam Innenminister Herbert Kickl nach Großgmain, um den Verlängerungsvertrag für die im Ort befindliche Polizeischule zu unterzeichnen. Neben Schönbuchner nahm auch Svazek am Termin teil.
 

Ein Haslauer ist dabei

Der Bürgermeister nimmt diese Form der Wahlkampfunterstützung lapidar hin. „Ich bin Realist, Politik ist so“, sagt Schönbuchner. Dass er selbst von der Landespartei bekniet werden musste, um mit einem nochmaligen Antreten den FPÖ-Angriff abzuwehren, will er sich nicht nachsagen lassen. „Das ist lauter Blödsinn, was da erzählt wird“, sagt er.

Ein Haslauer mischt in Großgmain trotzdem mit. Die SPÖ schickt Stefan Haslauer ins Rennen, er ist mit Salzburgs Landeshauptmann weder verwandt noch verschwägert. Eine Stichwahl ist somit wahrscheinlich.

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