Salzburger Bürgermeister will Obergrenze für Tagestouristen

Salzburger Bürgermeister will Obergrenze für Tagestouristen
Harald Preuner will das Niveau von vor der Krise bei Reisebussen nicht mehr erreichen.

So wie bisher wird es nicht weitergehen. Diese Corona-Erkenntnis gilt auch für den Tourismus. Salzburg will die notwendige Veränderung zur Chance machen. Das Land verzeichnete zuletzt knapp 30 Millionen Nächtigungen jährlich, immer öfter wurde die Frage nach der Grenze des Wachstums gestellt.

Das hat sich vorerst erledigt. „Wir werden den Tourismus neu denken. Hin zum qualitätsvollen Individualtourismus, weg von der Masse“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Die Stadt Salzburg hat bereits konkrete Überlegungen in diese Richtung. Die ungeliebten Bustouristen sollen nicht mehr im gleichen Ausmaß zurückkehren.

2019 kamen noch 38.090 Reisebusse an, das sind mehr als 100 täglich. Schon 2020 wird diese Zahl aufgrund des für März und April komplett eingebrochenen Tourismus nicht mehr erreicht werden. In diese Richtung soll es aber weitergehen, wenn es nach Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) geht. „8.000 bis 10.000 Busse bringt man sicher weg, indem wir Slots reduzieren“, sagt Preuner in den Salzburger Nachrichten.

SALZBURG: CORONAVIRUS - SITUATION IN DER SALZBURGER ALTSTADT

Derzeit ist die Getreidegasse in der Salzburger Altstadt wie ausgestorben.

Slot-System liefert Zahlen

Dass Salzburg über die Zahl der ankommenden Busse genau Bescheid weiß, liegt an dem vor knapp zwei Jahren eingeführten Slot-System. Seither müssen sich Reisebusse vor ihrer Ankunft für eine fixe Zeitspanne an einem der beiden Terminals in Altstadtnähe anmelden und eine Gebühr zahlen.

Das System wurde eingeführt, um die Zahl der Tagestouristen besser lenken zu können. Viele ostasiatische Touristen kommen mit dem Bus für einen Tagesbesuch nach Salzburg, oft von Donau-Kreuzfahrtschiffen. Wie sich der Tourismus aus Ostasien in den nächsten Jahren entwickelt wird, kann heute aber niemand abschätzen.

Wien wartet ab

Somit stellt sich auch die Frage nach einer Obergrenze an Bussen, die nach Preuners Aussage bei rund 30.000 liegen würde, vorerst nicht.

Unter Verweis auf die aktuelle Lage heißt es auch beim Wien Tourismus, dass die Frage der Busse aktuell nicht prioritär sei. Sollte der Tourismus wieder Fahrt aufnehmen, habe das unter „entsprechenden Rahmenbedingungen“ zu erfolgen, etwa dem Wiener Buskonzept, sagt eine Sprecherin.

Auch in Salzburg versteht nicht jeder den Vorstoß des Bürgermeisters. „Diese Diskussion jetzt zu starten, finde ich gelinde gesagt etwas schräg“, sagt Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ). Hoteliers und Gastronomen würden sich aktuell über jeden einzelnen Gast freuen. Noch einen Schritt weiter als Preuner will dagegen die FPÖ gehen. Sie will einen der beiden Terminals schließen. „Es muss Schluss sein mit Drehkreuzrekorden“, sagt Klubobmann Andreas Reindl.

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