Chronik | Österreich
25.05.2017

Red-Bull-Heli streifte Gebäude

Ein Kampfhubschrauber der Flying Bulls ging im Außerfern nach einem Unfall zu Boden.

Zwei Wochen, nachdem bei zwei Hubschrauberabstürzen in Nord- und Südtirol am selben Tag drei Menschen ums Leben gekommen sind, ereignete sich am Donnerstag in Tirol erneut ein brenzliger Zwischenfall mit einem Helikopter. "Nach bisherigen Erkenntnissen wollte die Maschine zum Landen ansetzen. Dabei streifte sie mit den Rotorblättern ein Gebäude und ging zu Boden", sagt ein Beamter des Bezirkspolizeikommando Reutte.

Der Pilot dürfte auf dem Flugplatz von Höfen im Außerfern zum Tanken landen haben wollen. Er hatte Glück und blieb unverletzt. Entgegen ersten Meldungen fing das Fluggerät aber nicht Feuer, die Einsatzkräfte legten lediglich aus Sicherheitsgründen einen Schaumteppich unter die Maschine. Bei dieser handelt es sich um eine in den 1980er-Jahren gebaute Bell Cobra, die auch in TV-Serien wie "JAG – im Auftrag der Ehre" oder "Walker, Texas Ranger" in Szene gesetzt wurde.

Eine besondere Maschine

Der ehemalige Kampfhubschrauber der US-Army gehört zur Staffel der Flying Bulls von Red-Bull-Chef Didi Mateschitz. Wenn die Maschine nicht gerade bei Airshows im Einsatz ist, steht sie laut Homepage der Flying Bulls im Hangar 7 in Salzburg. Als einer von zwei für die Bell Cobra zertifizierten Piloten wird der Flugbetriebsleiter geführt, der für das Steuern dieses Helikopters eine eigene Ausbildung in den USA durchlaufen musste. Ob er selbst am Steuer saß, war vorerst nicht klar. Während der Pilot unbeschadet davon kam, wurde sein Hubschrauber bei dem Unfall ordentlich ramponiert.

Das Exemplar der Bell Cobra galt als das letzte flugfähige dieser Version und als das einzige in Europa. Die Flying Bulls waren am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Tödlicher Absturz

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Mitglied des berühmten Kunstflugteams von Red Bull in Tirol verunfallt. Im Mai 2013 stürzte der Privatpilot von Milliardär Mateschitz nach einer Flugshow im Zillertal in einem Microjet ab, der Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 500 km/h erreichen konnte. Die gerade einmal 3,8 Meter lange Maschine zerschellte in der Nähe von Innsbruck auf einer Wiese. Der 38-jährige Pilot hatte keine Chance.