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Chronik Österreich
01/03/2022

Rechtsextremisten erhalten Zulauf aus den Reihen der Corona-Demonstranten

Verfassungsschutz analysiert neues Video mit Gottfried Küssel. Für kommenden Samstag wird zum „Sturm auf Wien“ mobilisiert.

von Michaela Reibenwein

„Das nächste Jahr wird nicht lustig werden, liebe Freunde“:  Ein Zitat aus einem Video,  das den verurteilten Neonazi Gottfried Küssel und den – laut Eigendefinition – freien Journalisten und Corona-Demonstranten Manuel Mittas zeigt, könnte auch für die beiden Proponenten gelten. Wie berichtet, ermittelt der Staatsschutz. Der hat derzeit ohnehin einiges mit der Corona-Demoszene zu tun. Für kommenden Samstag mobilisieren die Demonstranten zum „Sturm auf Wien“. 

Im Aufwind

„Gerade aus dem Kreis der Corona-Maßnahmengegner verzeichnen extremistische Gruppierungen einen gewissen Zulauf und fühlen sich im Aufwind. Die Szene ist seit Beginn der Pandemie aber auch präsenter und sichtbarer geworden“, heißt es dazu aus dem Innenministerium.  Wie groß der „harte Kern“ ist, wolle man aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Die Feststellung ist nicht neu. Zumal auch Größen der heimischen rechtsextremen Szene bei den Demos an vorderer Front mitmarschierten. Das Video nehmen die Ermittler dennoch ernst. Denn es soll auch von einem Militärputsch und Sprengstoffgürteln fantasiert worden sein. Vermutet wird ebenso, dass Monika Donner, Mitarbeiterin im Verteidigungsministerium, bei der Feier anwesend war. Entsprechend ist der Staatsschutz auch mit dem Abwehramt in der Causa in Kontakt.

Enge Vernetzung

„Der Vorfall zeigt einmal mehr die enge Vernetzung der Szene der Corona-Maßnahmengegner mit diversen rechtsextremen Gruppierungen“, erklärt man im Innenministerium dazu und verweist auf die Zahl der Anzeigen: Alleine im ersten Halbjahr 2021 wurden 440 Straftaten mit rechtsideologischem Hintergrund angezeigt. 

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