Razzia in Tirol

© APA/dpa/Daniel Naupold

Österreich/Deutschland

Razzia gegen Hells Angels in Tirol

Chapter "Tyrol" in Zirl durchsucht: Schusswaffe sichergestellt. Österreicher in Deutschland verhaftet.

von Dominik Schreiber, Dietmar Kuss

02/24/2016, 04:01 PM

Seit Jahren verwehren sich die heimischen Rocker der Hells Angels entschieden gegen Berichte, sie seien in den Drogenhandel verstrickt. Nun gab es bereits den zweiten Drogenfund rund um das Hells-Angels-Charter "Tyrol". In Zirl wurde auf Auftrag der Staatsanwaltschaft Hamburg und der deutschen SOKO Rocker das Clubhaus durchsucht. Dabei wurde scharfe Munition und eine scharfe Schusswaffe sichergestellt, bestätigte das Bundeskriminalamt in Wien.

Rund 300 Polizisten waren in Deutschland und Österreich mit einer Razzia gegen Angehörige der Rockerszene vorgegangen. Ziel waren diverse Wohnungen sowie Clubhäuser von Mitgliedern der Hells Angels gewesen. Im Großraum Innsbruck sollen zwei Domizile von Rockern durchsucht worden sein.

4,45 Kilo Kokain und Haschisch

Hintergrund der Aktion von Dienstagfrüh waren seit August 2015 laufende Ermittlungen wegen mutmaßlicher Drogengeschäfte zwischen Mitgliedern der Hells Angels, im Mittelpunkt stehen dabei die Hamburger Charter "North End" und "Harbor City". Die Beamten verhafteten bei der Razzia den 51-jährigen mutmaßlichen Lieferanten einer größeren Sendung von 2,45 Kilogramm Kokain, die vor etwa einem Monat bei einem aus Österreich eingereisten Hells Angel in Baden-Württemberg sichergestellt worden war. Gegen den Österreicher hatten die Ermittler bereits im Vorfeld einen Haftbefehl bei Gericht beantragt. Zudem beschlagnahmten sie bei den Durchsuchungen zwei Kilogramm Haschisch sowie kleinere Mengen anderer Drogen.

Österreich als wichtiges Rocker-Land

Rockerklubs wie die Hells Angels werden vom heimischen Bundeskriminalamt der Organisierten Kriminalität zugerechnet. Sie agieren demnach häufig als kriminelle und gewaltbereite Banden, die sich im Drogenschmuggel, Waffenhandel sowie im Rotlichtmilieu/Menschenhandel betätigen. Zuletzt wurde der Präsident eines Wiener Rockerclubs als Drogenhändler verurteilt. 2012 war der (für Sicherheit zuständige) "Seargent at Arms" der nun im Mittelpunkt stehenden Hells-Angels-Charters "Tyrol" wegen Kokainhandels verurteilt worden. Er hat die Gruppierung mittlerweile verlassen.

Österreich gilt als wichtiges Verbindungsland für die Geschäfte vieler Rockergruppierungen. Es ist das Transitland zwischen Deutschland und dem Balkan - hier finden sich die meisten Motorradclubs Europas.

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