© Kurier/Gilbert Novy

Chronik Österreich
11/12/2021

Polizei-Reform: Flugpolizei will „wieder stärker polizeilich agieren“

Flugpolizei-Chef, Christian Stelle, zur geplanten Umstrukturierung seiner fliegenden Einheit

von Anja Kröll

Wie der KURIER berichtete, wird die Flugpolizei ab 1. Jänner 2022 Teil der Direktion für Sondereinheiten (DSE), der auch die Cobra angehört. Bei einem Interview am Donnerstag bestätigte der Chef der Flugpolizei, Christian Stella, diesen Schritt:

„Ja, es kommt zur Eingliederung. Für mich ist dies eine geniale Entscheidung. Wir sind aus meiner Sicht eine Sondereinheit. Ich sage immer: Eine Pistole haben die anderen auch, einen Hubschrauber hat sonst keiner bei uns im Ressort.“

Zudem sei die Zusammenarbeit mit dem Einsatzkommando Cobra bereits jetzt sehr intensiv. „Dieser Schritt ist somit für mich ein logischer im Zuge dieser Reform.“

Das neue Jahr dürfte für die Flugpolizei aber noch weitere Neuerungen bringen. So ist nach wie vor offen, wie es mit den geplanten Einsätzen für Frontex an den EU-Außengrenzen weitergeht. „Dazu wird es Ende November ein Treffen des Innenministers mit Frontex geben. Wir werden wieder Frontex-Einsätze fliegen, hier ist für kommendes Jahr etwas geplant. Unsere Bedingung ist nur, dass es sich dabei nicht um maritime Einsätze handelt“, erklärt Stella. Um diese Einsätze zu ermöglichen, wären ein Umbau der Hubschrauber und spezielle, aufwendige Schulungen der Piloten notwendig.

Vollkommen verabschieden von maritimen Einsätzen will sich Stella aber nicht: „Meine Idee wäre, dass sich Österreich daran mit einer Drohne der Kategorie zwei beteiligt.“ Dass Drohneneinsätze bei der Flugpolizei zunehmend an Bedeutung gewinnen, verdeutlichte auch der Waldbrand im Rax-Gebiet – der größte, den es in Österreich jemals gab. Und der Umstand, dass die Flugpolizei eine eigene Referatsaufteilung plant, bei der eben auch ein eigenes Drohnen-Referat geschaffen werden soll.

Bergungsflüge von Verunfallten bleiben

Die Gerüchte, dass die Flugpolizei zwar in Richtung Auslandseinsätze abhebt, aber sich dafür von Bergungsflügen für Verunfallte und Wanderer verabschiedet, bestätigt der Chef der fliegenden Einheit des Innenministeriums nicht. „Das ist überhaupt nicht angedacht. Wir haben immerhin mit den Ländern Vereinbarungen, wo dies festgeschrieben ist. Das ist sinnvoll, denn es ist mein Zugang, dass wir wieder stärker polizeilich agieren müssen. Das ist in den vergangenen Jahren nach hinten gedrängt worden. Wir haben viele Einsätze für den Katastrophenschutz absolviert, doch genau so wichtig sind Bereiche, wie die Verkehrsüberwachung, die Grenzsicherung, die Observation, Terror oder Strahlenschutz.“

Eines schließt Stella für das kommende Jahr kategorisch aus: „Eine Schließung von Flugeinsatzstellen ist nicht geplant.“ Anja Kröll

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.