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Parkflächen in Österreich so groß wie der Neusiedler See

Ein Forscherteam der TU Graz hat erstmals das gesamte Parkplatzangebot erhoben. Im europäischen Vergleich ist die Stellplatzdichte in Österreich sehr hoch.
Mehrere Autos unterschiedlicher Farben stehen in einer Reihe geparkt.

„Beim Parkraummanagement wurde bisher vielfach mit Schätzungen oder unvollständigen Datensätzen gearbeitet“, überlegt Michael Cik vom Institut für Straßen- und Verkehrswesen an der TU Graz. Doch da die Frage, wie viel Platz Stellflächen für Pkw einnehmen sollen, eine heiß diskutierte ist, wollte es ein Forscherteam genau wissen - und hat nachgerechnet.

Wie die Auswertung ablief 

Dafür wurde ein eigenes Analyseverfahren entwickelt, das unterschiedliche Datenquellen zusammenfasst und auswertet. Darunter waren digitalisierte Landschaftsmodelle oder frei im Netz zugängliche Straßenkarten, aber auch anonymisierte Mobilfunkdaten. 

„Parking Space Insight“ nannte das Team sein Projekt, kurz: PSI. „Damit schaffen wir erstmals eine österreichweit einheitliche und belastbare Datengrundlage, die eine objektive Analyse des Stellplatzangebotes ermöglicht“, versichert Cik.

Wie viele Parkplätze gibt es?

Das Ergebnis der Berechnungen zeigt, dass bundesweit 13,6 Millionen ausgewiesene Stellflächen für Pkw vorhanden sind:

  • 78 Prozent davon sind ebenerdige Parkflächen abseits des öffentlichen Straßenraums, z. B. bei Supermärkten oder Parkplätzen bei Privathäusern.
  • 12 Prozent der Abstellplätze befinden sich in Parkhäusern und Tiefgaragen bzw. privaten Garagen.
  • 10 Prozent liegen am Rand öffentlicher Straßen.

Untersucht wurde auch, wie viel Fläche die Stellplätze eigentlich verbrauchen. Das Ergebnis überrascht angesichts der Millionenanzahl nicht: Der ruhende Verkehr nimmt 31.700 Hektar in Anspruch. Das entspreche, so vergleicht Cik, fast der gesamten Fläche des Neusiedler Sees oder zweieinhalbmal die Fläche des Grazer Stadtgebietes.

Parkhäuser und Tiefgaragen sind effizienter 

Am meisten Platz brauchen naturgemäß die ebenerdigen Parkplätze, 29.000 Hektar, das sind 91 Prozent der Gesamtfläche. Viel effizienter sind Parkhäuser und Tiefgaragen: Sie brauchen 2,4 Prozent des verfügbaren Platzes, stellen aber 12 Prozent des Angebots. 

Verglichen mit anderen europäischen Städten ist die Stellplatzdichte in Österreich auch relativ hoch. In Barcelona gibt es 0,48 Parkplätze pro Einwohner, in Paris liegt dieser Wert bei 0,35. Wien dagegen kommt auf 0,67, Graz sogar auf 0,74.

Der Zusammenhang von Verbauungsdichte und Parkflächen

Cik erklärt das mit restriktiverer Parkraumpolitik in Spanien und Frankreich einerseits, aber auch mit historischen Gegebenheiten: So sei Graz weniger dicht bebaut und weise mehr Einfamilien- und Reihenhausgebiete auf, die über private Kfz-Stellflächen verfügen.

Zudem sei in österreichischen Bauordnungen und Raumordnungsgesetzen oftmals bei Neubauten auch ein Mindestmaß an Stellflächen verankert worden. Diese Vorgaben seien erst in den vergangenen Jahren schrittweise gelockert worden, betont Cik.

Was man aus der Studie lernen kann

Die Studienautoren empfehlen ein österreichweites Parkraummonitoring, das mit den neuen Analysemodellen und Daten arbeitet. Das könnte den Kommunen als Grundlage für Verkehrs-, Raum- und Stadtplanung dienen. 

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