Chronik | Österreich
18.03.2018

Pannen-Lift: Techniker suchen nach Unfallursache

Im Skiort Gudauri fuhr ein Sessellift plötzlich rasant rückwärts. Mitarbeiter der österreichischen Herstellerfirma Doppelmayr wurden am Sonntag erstmals zum Skilift vorgelassen.

Auch zwei Tage nach dem Vorfall im georgischen Urlaubsort Gudauri sorgen die Videos von Skifahrern, die regelrecht durch die Luft fliegen, für Aufsehen. Wie berichtet, ist am Freitag ein Skilift, der von der Vorarlberger Firma Doppelmayr hergestellt wurde, außer Kontrolle geraten. Anstatt die Wintersportler auf den Berg zu bringen, hat der Sessellift plötzlich begonnen, rückwärts zu fahren. Er ist immer schneller werdend Richtung Talstation gerast. Laut lokalen Medienberichten sollen bis zu zwölf Menschen verletzt worden sein. Offizielle Bestätigungen darüber gibt es nach wie vor nicht.

Liftfirma am Unfallort

Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist derzeit noch unklar. Mitarbeiter der Herstellerfirma Doppelmayr sind noch am Freitag nach Georgien gereist, um die Behörden bei den Untersuchungen zur Unfallursache zu unterstützen.

Am späten Sonntagnachmittag wurden sie laut Unternehmenssprecher Ekkehard Assmann erstmals zum Unfallort vorgelassen. Bis dahin habe eine Genehmigung zur Durchbrechung des behördlichen Siegels gefehlt. "Wir wurden nun vorgelassen und dürfen bei den Prüfungen der Behörden als Beobachter dabei sein. Auch ein unabhängiges französisches Institut ist dabei."

"Nichts anfassen"

Wann mit ersten Ergebnissen gerechnet werden kann, könne er nicht sagen. "Das hängt nicht von uns ab", meint er, und betont noch einmal, Geduld haben zu müssen. Die beiden Mitarbeiter dürften zudem selbst "nichts anfassen". Noch völlig offen sei auch, ob das Unternehmen "etwas über die Ursache mitteilen darf, oder ob sich das die georgischen Behörden vorbehalten".

Einer, der diesen Vorfall hautnah miterlebt hat, ist Gregor Hartl aus Linz. Er war gemeinsam mit acht Freunden in Gudauri zum Skifahren. "Wir haben eine herrliche Urlaubswoche gehabt. Am Freitag war unser letzter Tag. Da sind wir genau mit diesem Sessellift gefahren, weil er das erste Mal in Betrieb war. Die ganze Woche war er nämlich zu", schildert Hartl dem KURIER seine Erlebnisse.

Die Gruppe habe gerade das zweite Mal hochfahren wollen, als der Lift plötzlich gestoppt habe. "Das war vielleicht eine Minute. Da haben wir uns noch nichts dabei gedacht, das passiert ja öfter einmal. Wir haben dann noch über einen Horrorfilm gewitzelt, in dem Skifahrer am Lift vergessen wurden", erzählt der Linzer.

"Waren voll in Panik"

Kurz darauf habe der Lift begonnen rückwärts zu fahren und sei immer schneller geworden. "Das war keine normale Geschwindigkeit. Wir haben Leute springen gesehen. Als wir uns umgedreht und zur Talstation geschaut haben, sind welche aus den Sesseln geflogen. Da waren wir voll in Panik und haben überlegt, wie wir springen können", erzählt Gregor Hartl.

Wenig Minuten später sei der Skilift wieder langsamer geworden und schließlich zum Stehen gekommen. "Nach rund eineinhalb Stunden hat uns die Bergrettung befreit. Wir sind mit einem ordentlichen Schrecken davongekommen."