Chronik | Österreich
19.03.2016

Ostergeschenk für Wintertourismus

Prachtvolles Wetter und ideale Pistenbedingungen lassen Herzen der Osterurlauber höher schlagen. Plus: So wird das Wetter in der Karwoche.

Wenn heute die Blechlawinen Richtung Skigebiete (siehe Artikel unten) rollen, dann wird das zumindest den Tourismusunternehmern ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Bis weit nach Weihnachten waren Hoteliers, Gastronomen und Seilbahner angesichts des Schneemangels die Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Doch vor den nun in Österreich und Deutschland beginnenden Osterferien hat sich die Stimmung ins Positive gedreht.

Bereits zur Saisonhalbzeit Ende Februar hielten die Zahlen mit der anfänglichen Panik der Branche nicht mit. Tirol beispielsweise konnte von November bis Februar mit 2,6 Millionen Ankünften sogar einen neuen Rekord aufstellen. "Das war auch für uns sehr überraschend", sagt Florian Neuner von der Tirol Werbung.

Prachtwetter und beste Schneeverhältnisse (siehe Artikel unten) geben jede Menge Anlass zu Optimismus. Der wird nicht zuletzt durch die heuer sehr frühen Osterferien genährt: "Dadurch können auch die Skigebiete in tiefen Lagen das Geschäft noch gut mitnehmen", erklärt Neuner. Denn denen fehlt es in anderen Jahren rund um Ostern teilweise schon am Schnee.

Das gilt auch für die Skiwelt Wilder Kaiser im Bezirk Kitzbühel. Die Tourismusregion hat nicht nur ein niedrig gelegenes Skigebiet, sondern ist auch auf Tagesgäste aus dem nahen bayerischen Raum angewiesen. Durch die Grenzkontrollen hatte das Skigebiet abgesehen von den zunächst schlechten Schneebedingungen noch zusätzliche Schwierigkeiten. Umso wichtiger ist das österliche Saisonfinale.

Nächtigungen aufholen

"Das kann hinten raus noch einmal einen Turbo zünden", sagt Wilder-Kaiser-Geschäftsführer Lukas Krösslhuber. Der kann aber ohnehin nur auf hohem Niveau jammern: "Bei den Ankünften hatten wir ein Plus von zwei Prozent, bei den Nächtigungen hinken wir um 0,6 Prozent nach. Das möchten wir jetzt noch aufholen."

Man könnte beinahe meinen, dass die Rahmenbedingungen so schlecht sein können, wie sie wollen – und trotzdem kommen Touristen auf Winterurlaub nach Österreich. "Das schaut fast so aus", sagt Krösslhuber. Zu Weihnachten wären die Gäste durchaus zufrieden gewesen und seien unter anderem nicht nur Skifahren, sondern auch Wandern gegangen.

"Wir dürfen uns aber nicht zurücklehnen und sind gut beraten, zusätzliche Angebote zu schaffen", warnt Wolfgang Quas vom Tourismusverband Saalbach-Hinterglemm in Salzburg. Ungeachtet dessen, sei der Winter aber sehr gut gelaufen: "Wir hatten im Februar mit einer Auslastung von 98 Prozent das beste Ergebnis aller Zeiten. Und wir rechnen auch im März mit einem Plus." Dafür sollen die kommenden Wochen sorgen.

"Wir sind stark gebucht, der Schnee ist angerichtet", schmunzelt auch Georg Bliem. Der Geschäftsführer der Planai-Hochwurzen-Bahnen in der Obersteiermark ist mit der Saison zufrieden, auch wenn es für Skihungrige rund um Weihnachten mangels Kälte eine kleine Durststrecke gegeben hat. "Auch heuer wird es wieder ein schönes Plus geben, an Umsatz und an Skifahrern." So machten die Bahnen zuletzt 43 Millionen Euro Jahresumsatz; rund um die Schladminger Vier-Berge-Skischaukel tummeln sich an starken Tagen gut 30.000 Wintersportler.

Ostergeschäft bedeutet für Wintersportorte nicht nur die Karwoche selbst, sondern auch noch die Woche darauf: Da kommen bevorzugt die Deutschen, weil dort zwei Wochen Schulferien sind. So gesehen wäre ihm ein späterer Ostertermin lieber, überlegt Bliem: "Dann wäre die Saison länger." Aber so ist heuer am 10. April Schluss.

Winter-Grillen

Eine Einstimmung auf das Frühjahr gibt es ohnehin auch schon morgen, Sonntag: Auf der Planai wird mit Unterstützung des Starkochs Johann Lafer gegrillt, das soll die größte Winter-Grillparty Österreichs werden. "Wir haben 400 Buchungen und sind de facto damit fast voll", schildert Bliem.

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Zwei Reisewellen in der Ferienwoche

Mit dem Beginn der Osterferien in Österreich und etlichen deutschen Bundesländern gehen zwei Reisewellen in die Skigebiete einher: die stärksten Reisetage dürften laut Autofahrerklubs der heutige Samstag sowie der Karfreitag werden.

Hotspots in Sachen Verkehrsüberlastung sind insbesondere die Ballungsräume und die bekannten Routen in Richtung Skigebiete im Westen Österreichs, wie etwa die A12 (Inntal-Autobahn), die Westautobahn (A1) im Bereich Salzburg, die Tauernautobahn (A10) zwischen Salzburg und Bischofshofen, die Zillertal-Straße, die Fernpass-Straße zwischen Nassereith und Füssen in Bayern, die S16 (Arlberg-Schnellstraße) oder die Tiroler Straße im Raum Kufstein.

Bei der Rückreise muss an den Grenzen in Salzburg, Tirol und Oberösterreich in Richtung Deutschland wegen der Polizeikontrollen immer wieder mit spürbaren Verzögerungen und Staus gerechnet werden. Hauptbetroffen sind die Autobahnübergänge Salzburg-Walserberg (A1), Suben (A8) in Oberösterreich und Kufstein (A12) in Tirol. Für Fahrten über die Grenzen muss stets ein Reisedokument – also ein Reisepass oder ein Personalausweis – mitgeführt werden.

Die Exekutive hat angekündigt, bei starkem Rückreiseverkehr die Kontrollen von sonst nur einer auf zwei Fahrspuren zu erweitern.

Die Österreichischen Bundesbahnen erwarten in den kommenden Tagen einen regelrechten Ansturm der Bahnreisenden: Bis Dienstag, 29. März, werden zusätzlich zum regulären Angebot insgesamt 19.500 Sitzplätze mehr zur Verfügung gestellt. Für Bahnreisende, die im Urlaub nicht auf ihr Auto verzichten wollen, wurde zudem das Autoreisezug-Angebot um 260 Kfz-Stellplätze erweitert.

Sonniges Wochenende, unbeständige Karwoche

Besser können die Osterferien für Skifahrer im Gebirge nicht beginnen. Die Meteorologen sprechen von optimalen Wetteraussichten am Wochenende – zumindest in Westösterreich.

"In den Bergen ist es vor allem im Westen und Süden ungetrübt sonnig. Nur von Salzburg ostwärts ist es leider nicht mehr so schön. Im Flachland ziehen immer wieder Wolkenfelder durch. Ein paar Regentropfen sind zwischen Semmering-Gebiet und Mostviertel (NÖ) möglich", sagt Ubimet-Meteorologe Josef Lukas. Auch zu Frühlingsbeginn – am Sonntag, pünktlich um 5.30 Uhr – überwiegt im Westen und Süden der Sonnenschein, während die Wolkendecke im Osten allmählich dichter wird. Am kältesten bleibt es mit fünf Grad im Waldviertel. Sonst liegen die Tageshöchstwerte zwischen neun und 15 Grad, im Westen sind sogar 17 Grad möglich.

In der Karwoche wird es immer unbeständiger. Sonne und Wolken wechseln einander ab Dienstag ab. "Ein paar Regentropfen und Schneeflocken sind ab und zu möglich", erklärt Lukas. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen sechs und 12 Grad. Nach derzeitigen Wettermodellen soll es zu Ostern nicht viel besser werden. Weiterhin wird mit unbeständigem Wetter gerechnet.

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