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Chronik Österreich
04/25/2021

Opel-Standort in Aspern soll noch weiter schrumpfen

Es werden Nachnutzer gesucht. Die Verhandlungen laufen bereits.

von Markus Strohmayer

Als Opel Ende 2019 400 Stellen in Wien Aspern strich, war rasch klar, dass auch die Betriebsfläche schrumpfen würde. Der Grund für den Abbau war nämlich das Auslaufen einer Produktionslinie im Werk. 60.000 Quadratmeter wurden damals an den unmittelbaren Betriebsnachbarn, die Wien 3420 Aspern Development AG, veräußert. Dabei handelt es sich um die Entwicklungsgesellschaft der Seestadt Aspern, an der neben der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) unter anderem die Wirtschaftsagentur Wien beteiligt ist.

Seit 2019 hat sich am Opel-Standort in Wien einiges getan. Nicht nur wurde die Motorenproduktion vergangenen Herbst eingestellt, auch gehört der deutsche Autohersteller seit Jänner zur Stellantis-Gruppe – eine Holding, die aus der Fusion des französischen Peugeot-Herstellers PSA und des italienisch-amerikanischen Fiat-Chrysler-Konzerns hervorgegangen ist. Beide Schritte befeuerten Gerüchte, dass der Standort weiter schrumpfen könnte.

Nachnutzer gesucht

Laut einem ORF-Bericht nehmen diese Gerüchte nun konkrete Form an. So sagt Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Wien, in „Wien heute“, dass Nachnutzer für nicht betriebsnotwendige Areale gesucht werden. Unter anderem für eine der größten Produktionshallen in ganz Europa. Auch die Opel-Mutter Stellantis wird mit einem Statement zitiert, in dem es heißt, dass „Freiräume entstehen, die einige andere Unternehmen in Wien interessieren oder die weitere Stadtentwicklung in Aspern ermöglichen könnten“.

Eine Sprecherin der Wirtschaftsagentur Wien bestätigt dem KURIER die laufenden Verhandlungen. Viel könne man derzeit zwar noch nicht sagen, klar sei aber: „Gewerbegebiet bleibt Gewerbegebiet.“ Besonders wichtig sei es demnach, einerseits den Standort zu sichern, andererseits aber die nicht benötigten Flächen für die Stadt nutzbar zu machen. Opel habe jedenfalls das Nutzungsrecht und dieses solle dem Konzern auch fair abgegolten werden.

Das Gelände befindet sich seit den 1980er-Jahren im Besitz der BIG. Opel hat allerdings das Recht, die Fläche zu nutzen. Dieses Recht möchte die Wien 3420 Aspern Development AG, die bereits eine Option auf das Grundstück hält, sollte sich Opel je zurückziehen, nun abgelten.

Sollte ein Deal zustande kommen, wird das wohl nicht billig. Derartige Industrieflächen sind in Wien selten. KURIER-Informationen zufolge soll die 2019 verkaufte Fläche rund 3,6 Millionen Euro gekostet haben.

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