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Chronik Österreich
01/04/2022

Omikron-Welle: Für Schernhammer ist "Vorsicht sehr angebracht"

Laut der Epidemiologin ist es vor der heutigen Gecko-Sitzung "nach wie vor schwer abzuschätzen, was auf uns zukommt".

von Christian Willim

Seit 14 Uhr berät heute wieder die Expertenkommission Gecko die aktuelle Corona-Lage. Am Donnerstag soll sie der Bundesregierung und den Landeshauptleuten bei einem Gipfel Vorschläge für den Umgang mit der sich gerade aufbauenden neuen Corona-Welle liefern.

Der KURIER hat mit Gecko-Mitglied Eva Schernhammer, Epidemiologin an der Med-Uni Wien, vor der Sitzung am Dienstag über die großen aktuellen Fragen zum möglichen Umgang mit der hochinfektiösen Omikron-Variante gesprochen.

Das größte Problem für die Experten ist nach wie vor: "Es ist schwer abzuschätzen, was auf uns zukommt." Aus Ländern wie Großbritannien, in denen die neue Mutation schon früher das Kommando übernommen hat, gibt es zwar schon einige Daten. "Aber es gibt sehr viele Unterschiede zwischen den Ländern."

Das geht von der Impfquote, über die im jeweiligen Land verwendeten Impfstoffe und den Zeitpunkt der Impfungen bis hin zur Zahl der Genesenen.

So lange die Unsicherheit über die mögliche Dramatik der Entwicklung nicht abschätzbar ist, ist aus Sicht von Schernhammer "Vorsicht sehr angebracht". In Österreich gäbe es derzeit zwar bereits eine Reihe von Einschränkungen. "Aber es wird darum gehen, ob das ausreicht", sagt die Epidemiologin zu den Krisengesprächen.

Lockdown vermeiden

Ein Lockdown sei jedenfalls immer die Ultima Ratio. "Das versucht man zu vermeiden. Aber ob das zu hundert Prozent möglich ist, weiß man nicht." In einer "massiv problematischen Situation" würde ein Lockdown nach wie vor wirken, ist die Wissenschafterin überzeugt.

Wie schon bisher in der Pandemie gilt es stets eine Überlastung des Gesundheitssystems durch schwer kranke Corona-Patienten zu verhindern. Mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante könnte aber schon zuvor aufgrund der schieren Masse an gleichzeitig Infizierten und isolierten Kontaktpersonen die kritische Infrastruktur mangels Personal an die Grenzen kommen.

Dreifach und auch zweifach Geimpfte etwa haben nach derzeitigem Wissensstand nach wie vor einen deutlichen Schutz vor schweren Verläufen. Aber sie können sich mit Omikron infizieren und auch symptomatisch erkranken.

"Sehr viele Menschen mit milden Erkrankungen werden für ein paar Tage nicht arbeiten können", beschreibt Schernhammer das zu erwartende Szenario, das die Gefahr mit sich bringt, "dass das System das nicht aushält."

"Omikron schreibt Regeln neu"

Der zweite Aspekt, den es neben der Infektiosität beim Umgang mit der Omikron-Welle zu berücksichtigen gilt: "Wie viele erkranken schwer?" Und genau das für Österreich abzuschätzen, ist derzeit für die Experten noch schwer.

Aus Sicht der Modellrechner um Peter Klimek vom Complexity Science Hub Vienna "schreibt Omikron die Spielregeln neu", was den Umgang mit der Pandemie betrifft.

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