Die „VinziWerke“ haben in ihren Notschlafstellen Trennwände errichtet

© VinziWerke

Chronik Österreich
11/04/2020

Obdachlos im Lockdown? "Schicken keinen zurück auf die Straße"

Die Notschlafstellen haben sich auf die Pandemie eingestellt, um Obdachlosen weiterhin helfen zu können.

von Elisabeth Holzer

Daheim bleiben, die Wohnung nach 20 Uhr nicht mehr verlassen, nicht bei Freunden übernachten - der Lockdown 2 hat begonnen. „Aber wie soll der zu Hause bleiben, der kein Dach über dem Kopf hat?“, fragt Helmut Beiglböck, Direktor der Caritas Steiermark. „Was unsere Gesellschaft insgesamt trifft, ist für jene, die ohnehin am Rand stehen, noch weitaus härter.“

Und das sind nicht so wenige: Laut Sozialministerium waren 2018 rund 23.000 Menschen als obdachlos bekannt das sind jene, die zumindest einmal in diesem Jahr in einer Notschlafstelle aufgenommen wurden. Die Corona-Krise macht ihre Lage noch schwerer. „Für uns ist aber ganz klar: Unsere Türen sind offen“, versichert Beiglböck.

Unter Schutmaßnahmen

„Für Beratungen, für Lebensmittelausgaben, für Übernachtungen.“ Freilich unter Covid-19-Schutzmaßnahmen (Maske, Fiebermessungen, Plexiglasscheiben als Trennung zwischen den Betten): Allein in den steirischen Notschlafstellen in Graz und Leoben hat die Caritas für 130 Menschen Platz.

Während des Lockdowns im Frühjahr öffnete die Caritas ihre Notschlafstellen auch tagsüber. „So haben wir obdachlosen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich 24 Stunden dort aufzuhalten“, begründet Beiglböck. Bei einer „Verschärfung der Situation“ werde man auch diesmal entsprechend reagieren.

Auf Abstand im Schlafraum

Bis zu 220 Menschen können die „VinziWerke“ in der Steiermark aufnehmen. Doch auch hier hatte die Pandemie große Auswirkungen, bedauert Koordinatorin Nora Tödtling-Musenbichler: Die Schlafräume wurden mit Trennwänden ausgestattet, es gelten Abstandsregeln. „Aber der bevorstehende Winter wird besonders herausfordernd“, befürchtet Tödtling-Musenbichler. „Wir werden auch weiterhin keinen Menschen auf die Straße zurückschicken.“

Allerdings sei es wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen nicht möglich, die gewohnte Anzahl an Notbetten aufstellen zu können. Bisher gab es übrigens in den Hilfseinrichtungen der „VinziWerke“ keine einzigen bestätigte Infektion mit dem Coronavirus.

Tödtling-Musenbichler ist aber dennoch alarmiert: In den „VinziMärkten“ mit günstigen Lebensmitteln wurde seit September ein enormer Kundenzuwachs verzeichnet ein Plus von rund 40 Prozent. Die finanziellen Folgen der Pandemie beginnen sich gerade zu zeigen, befürchtet die Expertin. „Es ist davon auszugehen, dass diese Zahl weiterhin ansteigt.“

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