2017 tappte ein Wolf in Tirol in die Fotofalle. Aktuell gibt es keine Sichtungen

© Martin Permoser/Land Tirol

Jagd
07/24/2019

Nun soll auch in Tirol die Jagd auf einen Wolf eröffnet werden

Ein in Tirol vermeintlich umgehender Bär hat sich nach einer DNA-Analyse als Wolf entpuppt. Bauern haben den Abschuss beantragt.

von Christian Willim

Meldungen von 20 toten Schafen auf Almen zwischen dem Tiroler Inntal und dem Sellraintal (Bezirk Innsbruck Land) haben die Bauern alarmiert. Denn etwa die Hälfte der Tiere wies Rissspuren auf. Erste Hinweise deuteten darauf hin, dass ein Bär in dem Gebiet umgeht. Der hat sich nun als Wolf entpuppt.

Wie das Land am Mittwoch mitteilte, sind nämlich erste DNA-Analysen eingelangt. „Bei den vier toten Schafen, die im Gemeindegebiet von Oberperfuss untersucht wurden, konnte ein Wolf nachgewiesen werden. Das zeigen die ersten genetischen Untersuchungen“, erklärte Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer.

Noch ausständig sind die Ergebnisse der weiteren DNA-Proben von gerissenen Tieren auf der Inzinger und der Flaurlinger Alm. Diese werden in ein bis zwei Wochen vorliegen.

"Entnahme eines Beutegreifers"

Bauernvertreter wollen auf das Raubtier aber in jedem Fall die Jagd eröffnen. Die Bezirkslandwirtschaftskammer hat bei der Bezirkshauptmannschaft einen Antrag auf "Entnahme eines großen Beutegreifers" gestellt, heißt es von Seiten des Landes. "Entnahme heißt Abschuss. Das ist der Wunsch", hieß es dazu im Büro von Agrar-Landesrat Josef Geisler (ÖVP).

In Salzburg wurde, wie berichtet, zuletzt ebenfalls ein Antrag auf den Abschuss eines Wolfes gestellt.

Das Verständnis für die Ängste und die Vorgehensweise der Tiroler Bauern sei da, erklärte eine Sprecherin von Geisler gegenüber dem KURIER. "Aber das entbindet uns nicht vom Rechtsrahmen." Das Tiroler Jagdgesetz bietet zwar die Möglichkeit zur "Entnahme" von Problem-Raubtieren. Die großen Beutegreifer wie Wolf und Bär sind aber auch streng geschützt.

Am Mittwoch gab es auch die Bestätigung für Bärenrisse im Juni. Bei drei getöteten Schafen im Pitztal sowie einem Rotwildkadaver im Außerfern wurde jeweils ein Bär als Verursacher genetisch nachgewiesen. Ob es sich in beiden Fällen um denselben Bären handelt, ist aus dem Untersuchungsergebnis nicht abzulesen.

In der Nähe des Wildrisses im Außerfern im Juni ist damals ein Bär in eine Fotofalle getappt.

 

Der Wolf, der im Bereich des Sellraintals unterwegs war, wurde hingegen bislang weder gesichtet, noch fotografiert. Für ihn wie auch den oder die Bären gilt für Janovsky: "Es sind sehr scheue Tiere, die Menschen meiden." Für die Bevölkerung, deren Sicherheit an oberster Stelle stehe, bestünde kein Grund zur Sorge.

Dem Behördenverfahren zum Antrag auf Abschuss des Wolfes will der Beauftragte des Landes für große Beutegreifer nicht vorgreifen. Der österreichische Managementplan sehe aber vor, dass ein Wolf nur "als ultmia ratio abgeschossen werden kann. Das Thema Entnahme kommt erst dann, wenn ordnungsgemäß geschützte Tiere gerissen werden." Also wenn ein Wolf etwa Zäune überwindet.