© LKH Hall/Gerhard Berger

Chronik Österreich
10/11/2020

Neue Cluster und Rekord bei Sonntagsinfektionen

Gesundheitsminister erteilt Lockdown dennoch Absage.

Dass es im Herbst zu einem zweiten Lockdown kommen könnte, ist für Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) kaum denkbar. Nur vor einem flächendeckenden Zusammenbruch des Gesundheitssystems wäre dies möglich. „Davon sind wir Gott sei Dank weit entfernt“, sagte er am Sonntag im ORF.

Nachdem an vier Tagen hintereinander die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Österreich über 1.000 lag, zeigte sich am Sonntag eine leichte Entspannung. Die Behörden meldeten 896 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Allerdings ist das der bisher höchste Wert, der an einem Sonntag gemessen wurde. Am Wochenende werden für gewöhnlich wesentlich weniger PCR-Tests eingemeldet als unter der Woche.

Gestiegen ist die Zahl der aktiv Infizierten in Österreich. Derzeit tragen 11.020 Menschen SARS-CoV-2 in sich. Eine Zunahme gab es auch bei der Zahl der Hospitalisierten. Derzeit werden 527 Erkrankte im Spital wegen Covid-19 behandelt, 96 davon auf Intensivstationen.

NÖ: Neuer Pflegeheim-Cluster

In Niederösterreich wurde am Sonntag bekannt, dass sich in einem Seniorenzentrum in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) ein Corona-Cluster mit 31 Fällen gebildet hat. Ans Licht kamen die Infektionen, nachdem in der Einrichtung Antigentests durchgeführt worden waren. Für die betroffenen Stationen des Seniorenheims gilt ein Besuchsverbot.

In Kärnten sorgt wiederum ein neuer Cluster in einem Zentrum für psychosoziale Rehabilitation im Bezirk St. Veit für weitere steigende Zahlen: Vier Betreuer und 15 betreute Personen wurden SARS-CoV-2-positiv getestet. Auch im Altersheim im Bezirk Völkermarkt wurden zwei weitere Coronainfektionen festgestellt.

Bereits vorher bekannt war die Häufung von Fällen in einer Pflegeeinrichtung im Salzburger Tennengau. In dem Bundesland gab es in den vergangenen zwei Tagen eine Rekordzunahme an Neuinfektionen. Neben dem Heim seien die Ansteckungen auch auf eine private Hochzeitsfeier zurückzuführen. Die Landespolitik plant nun schärfere Maßnahmen zur Eindämmung.

Um weitere Cluster zu unterbinden, kündigte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Sonntag erneut eine Null-Toleranz-Linie beim Überschreiten der Sperrstunden an. Allein an diesem Wochenende kontrollierte die Polizei österreichweit mehr als 6.000 Lokale.

Slowenien kürzt „rote Liste“

Slowenien nimmt die Bundesländer Vorarlberg und Tirol ab Montag von der „roten Liste“ für Einreisen. Damit gelten die Bestimmungen – zehntägige Quarantäne oder ein negativer Covid-19-Test, der nicht älter als 48 Stunden ist – nur noch für die Einreise von Wien nach Slowenien.

Die bisherigen Ausnahmen unter anderem für Pendler, Schüler und den Güterverkehr bleiben bestehen. Sonderfälle sind auch dringende persönliche oder geschäftliche Reisen, wobei die Rückkehr binnen 48 Stunden erfolgen muss. Der Transit durch Slowenien ist auflagenfrei, wenn er innerhalb von zwölf Stunden erfolgt.

Ausnahmen gelten auch für österreichische Besitzer oder Mieter von Immobilien auf der slowenischen Seite sowie für Landwirte, die ihr Land auf der jeweils anderen Seite der Grenze bearbeiten. Erntehelfer, die slowenischen Staatsangehörigen oder Personen mit Wohnsitz in Slowenien bei Saisonarbeiten in Österreich helfen, dürfen binnen 24 Stunden auflagenfrei zurückkehren.

Zuletzt hatte auch Belgien Vorarlberg von seiner „roten Liste“ genommen – dort gelten Einreisebeschränkungen nur noch für Reisende aus Wien und Tirol. Deutschland blieb bei seiner Warnung für die drei Bundesländer. Die Schweiz setzte neben Wien, Niederösterreich und Oberösterreich auch Salzburg und Burgenland auf seine „rote Liste“. Einschränkungen gibt es auch bei Einreisen in die Niederlande aus Wien und Innsbruck.

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