Neue App aus NÖ hilft gegen Pfandflaschen-Chaos
Eigentlich war Michael Auferbauer ja ein regelrechter Pfand-Muffel. Bevor das neue Gesetz am 1. Jänner 2025 in Kraft trat, deckte er sich noch mit rund 500 Flaschen Mineralwasser ein – pfandfrei, versteht sich.
Mittlerweile sind diese jedoch längst aufgebraucht. Auferbauer ist wieder auf „frische“ Ware angewiesen und nun steht auch er vor jener Herausforderung, die uns alle im Alltag begleitet: leere Pfandflaschen und Getränkedosen, die zurück in die Geschäfte müssen.
Idee kam im Gespräch
Ein Gespräch mit Freunden brachte ihn schließlich auf die zündende Idee: Wie wäre es, wenn man sein Leergut abholen lassen könnte? Oder wenn man nach Abgebern sucht, um sich 25 Cent pro Flasche zu sichern? Eine App war dafür die praktikabelste Lösung. Auferbauer, der auch in seinem Brotjob Produkte entwickelt, machte sich daran, eine solche Plattform auf die Beine zu stellen.
„Es hat mich schon viele Nächte und Wochenenden gekostet“, erzählt der Stockerauer, der das Tool allein entwickelt hat, rückblickend. Aber seit zwei Monaten ist seine App „Pfandigo“ auf dem Markt – und das mit Erfolg.
800 registrierte User
Derzeit sind rund 800 User registriert, Tendenz steigend. Beim ursprünglichen Plan, nur den Bezirk Korneuburg und zwei Bezirke in Wien zu bespielen, ist es nicht lange geblieben; schon jetzt trudeln immer mehr Aufträge aus Ostösterreich ein, Auferbauers Ziel ist es, den gesamten österreichischen Markt zu bespielen.
„Es geht darum, den Menschen den Alltag zu erleichtern. Für viele ist die Pfandrückgabe aber keine Frage der Bequemlichkeit; es gibt auch jene, die den Weg in den Supermarkt aus gesundheitlichen Gründen nicht bewältigen können“, weiß der Entwickler. Wie im Falle einer Interessentin aus Wien, deren Mutter körperlich zu eingeschränkt ist, um ihr Leergut zurückzubringen. „Es ist schön, wenn meine Idee diesen Menschen nützt.“
Gewinn für alle
Ein Gewinn soll „Pfandigo“ aber auch für jene sein, die die Flaschen und Dosen für andere fortschaffen. „Wer Flaschen verkaufen will, muss Abnehmern dabei einen Mindestprozentsatz vom Gesamtgewinn anbieten“, erklärt Auferbauer. Keiner soll bei „Pfandigo“ leer ausgehen. Auch dann nicht, wenn das Geld nicht in die eigene Tasche investiert wird. „Es gibt auch Personen, die den Betrag für einen guten Zweck spenden“, weiß er aus Kundengesprächen.
Michael Auferbauer hat die App eigenständig entwickelt.
Zurücklehnen kann sich der Stockerauer aber nicht; als Ein-Mann-Betrieb kümmert er sich um alles, und er arbeitet daran, die App weiterzuentwickeln. Zum Beispiel mithilfe einer KI, die das Angebot noch niederschwelliger gestalten soll.
Den Gang zum Pfandautomaten, um damit Ressourcen und Umwelt zu schützen, nimmt Auferbauer mittlerweile gerne auf sich. „Ich habe auch schon viele Flaschen für Kundinnen und Kunden zurückgebracht“, sagt er lachend. mich
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