Chronik | Österreich
16.05.2018

Nach dem Regen 500.000 Euro Wasserschaden

Die Pegel der steirischen Flüsse sinken allmählich wieder.  Bis zum Pfingstwochenende ist Wetterbesserung in Sicht.

Überschwemmte Gärtnereien, geflutete Äcker, ruinierte Pflanzen: Das Unwetter der vergangenen Tage traf vor allem die Landwirte von der West- bis in die Südsteiermark hart. Laut Hagelversicherung standen ersten Einschätzungen zufolge mindestens 1000 Hektar Nutzfläche unter Wasser, verursacht durch überlaufende Bäche und Starkregen.

Entsprechend hoch ist der finanzielle Schaden. Zumindest 500.000 Euro dürfte er laut Josef Kurz, steirischer Landesleiter der Hagelversicherung, ausmachen. Landwirte in den Bezirken Deutschlandsberg, Graz-Umgebung, Leibnitz und Südoststeiermark waren am stärksten betroffen. Kartoffel-, Kürbis-, Mais-, Hirse- und Soja-Kulturen sind teilweise regelrecht weggeschwommen.

Feuerwehr gefordert

Im Dauereinsatz waren auch die Freiwillige, die halfen. 160 Feuerwehren waren seit Sonntag gefordert, vermurte Straßen wieder frei zu bekommen oder Keller auszupumpen. Verletzte gab es zum Glück keine: Auch jene Familie, auf deren Auto in Lebring ein entwurzelter Baum stürzte, konnte unversehrt aus dem Wagen klettern.

Der laut Wetterdienst Ubimet nasseste Ort Österreichs war die Stadt Deutschlandsberg: Dort fielen binnen 24 Stunden 92 Liter Regen pro Quadratmeter. Solche Regenmengen führten in Bächen und Flüssen quer durch das Bundesland zu Hochwasser: Kainach, Lassnitz, Sulm und Stainzbach überschritten am Dienstag die Hochwasser-Warnschwelle, pegelten sich aber am Mittwoch allmählich wieder unterhalb ein. Die Sulm und die Mur führten aber am Mittwoch immer noch so viel Wasser, wie es üblicherweise nur einmal pro Jahr vorkommt. Auch die Pegelstände von Raab und Feistritz waren weit höher als zu dieser Jahreszeit üblich.

Obwohl es am Mittwoch wieder sonniger wurde, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Weiterer Regen wird bis Freitag prognostiziert. Allerdings sollte er nicht mehr so heftig wie zuletzt ausfallen, der Schwerpunkt wird auch eher im Norden des Landes erwartet. Am Freitag sollte das Tief so weit abgeschwächt sein, das sich die Sonne wieder durchsetzen kann. Mit dem Pfingstwochenende soll es dann generell wieder freundlicher und sommerlicher werden: Am Pfingstmontag sind bis zu 25 Grad möglich.