© Privat

Chronik Österreich
05/12/2021

16-Jährige erdrosselt: "Nach dem Mord an meiner Tochter hat sich nichts geändert"

Mutter aus Wiener Neustadt bekrittelt "scheinheilige Debatte" um Opferschutz.

von Patrick Wammerl

Die emotional geführte Debatte über die aktuellen Fälle von Femiziden und Maßnahmen dagegen lässt bei Opfern früherer Fälle alte Wunden aufreißen. Manuela K. (43) hat vor zwei Jahren ihre 16-jährige Tochter ermordet im Gebüsch eines Parks in Wiener Neustadt entdeckt. Der Ex-Freund des Mädchens, ein damals 19-jähriger syrischer Asylwerber, hatte sie erdrosselt und die Leiche geschändet.

Im selben Jahr gab es 34 Frauenmorde in Österreich. Damals wie heute gab es einen Aufschrei der Politik, dass mehr für den Opferschutz getan werden müsse.

"Es braucht härtere Gesetze"

Manuela K. findet diese Ankündigungspolitik „scheinheilig“. „Ich dachte, dass der Mord an meiner Tochter Manuela ein Wendepunkt sein wird. Aber das war ein Irrtum“. Zwei Jahre später diskutiert die Öffentlichkeit noch immer über dieselben Fragen. Der Mörder ihrer Tochter war mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraft, es gab mehrere Anzeigen wegen Drogenhandels, beharrlicher Verfolgung und sexueller Belästigung. Trotzdem bekam er 2018 einen positiven Asylbescheid, ein Asylaberkennungsverfahren scheiterte wegen der zu geringen Delikte. Ein Umstand, der Manuela K. immer noch sprachlos macht. „Der Mord hätte nicht nur verhindert werden können, sondern müssen. Es braucht härtere Gesetze. Wenn jemand gewalttätig wird, muss er aus dem Verkehr gezogen werden“, sagt Manuela K. Wegweisungen würden sich als zahnlos herausstellen, weil die Täter fast nichts zu befürchten hätten, wenn sie sich nicht daran halten.

Frauenhäuser müsse man finanziell stärken und das Angebot für Opfer von Gewalt weiter ausbauen, fordert die 43-Jährige. Was sie besonders bekrittelt: „Dass man sofort ins rechte Lager gedrängt wird, wenn man mehr Sicherheit fordert. Was hat das mit rechts zu tun, wenn unsere Kinder in Gefahr sind“, erklärt Manuela K. Unterstützung und Hilfe hat sie nach dem Mord von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz erhalten. Als Vizebürgermeister in Wiener Neustadt hat er sich für die Familie eingesetzt. „Der Fall zeigt ganz konkret, dass es einer dringenden Strafrechtsreform bedarf, um bei Gefährdern früher eingreifen zu können. Politik, die nicht klar handelt, ist traurigerweise tödlich“, sagt Schnedlitz.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.