Chronik | Österreich
19.09.2017

Bombendrohung bei Special Olympics: Täter gefasst

Am 18. März 2017 war eine Bombendrohung gegen die Eröffnungsfeier in Schladming gerichtet worden. Nun wurde der Täter ausgeforscht.

Die Bombendrohung, die ein Unbekannter am 18. März gegen die Eröffnungszeremonie der Special Olympics World Winter Games in Schladming gerichtet hatte (der KURIER berichtete), ist geklärt: Ein 33 Jahre alter Berufsdetektiv aus dem Salzburger Bezirk Hallein wurde von den Behörden in mühevoller Ermittlungsarbeit ausgeforscht. Der Mann hatte mehrere Identitäten und Wohnsitze gehabt. Als Motiv gab er private Probleme an.

Am 18. März war bei den Behörden eine anonyme telefonische Bombendrohung gegen die Eröffnungsfeier der Special Olympics im "Planet Planai-Stadion" in Schladming eingegangen. Bei dieser Feier waren etwa 15.000 Personen sowie zahlreiche in- und ausländische Politiker, Sportler, Künstler und Prominente anwesend.

Regelmäßiger Wechsel der Identitäten

Nach intensiver Durchsuchung des Stadions und verstärkten polizeilichen Überwachungsmaßnahmen konnte die Eröffnungsfeier aber ungestört ablaufen. Das steirische Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) übernahm am selben Tag die Ermittlungen. Erst nach langwierigen und umfangreichen Erhebungen fand man heraus, dass der Verdächtige im Zuge seiner beruflichen Tätigkeit seine Identitäten regelmäßig wechselte.

Dazu hatte er mehrere Wohnadressen im Land Salzburg und Oberösterreich und das überwachte Handy nur zum Telefonieren eingeschaltet. Die restliche und meiste Zeit war das Mobiltelefon ausgeschaltet, wodurch auch eine Ortung extrem erschwert wurde, so die Ermittler.

Verdächtiger legte Geständnis ab

Bis zum 26. August war man sicher genug, den Richtigen im Visier zu haben: Die zuständige Staatsanwaltschaft Salzburg beauftragte das LVT Steiermark mit dem Zugriff. Verfassungsschutzbeamte aus der Steiermark, Oberösterreich und Salzburg nahmen den Berufsdetektiv mit Unterstützung des Sondereinsatzkommandos Cobra sowie Polizisten aus den zuständigen Bezirken fest. Bei Hausdurchsuchungen an seinen Wohnörtlichkeiten wurden auch Beweise sichergestellt. Der Mann legte ein umfassendes Geständnis ab und wurde auf freiem Fuß angezeigt. Die Festnahme wurde erst jetzt bekanntgegeben, weil noch weitere Ermittlungen geführt worden waren.

Österreichs Berufsdetektive distanzieren sich

Wie der Fachverband Österreichischer Berufsdetektive Dienstagnachmittag in einer Aussendung mitteilte, soll es sich bei dem ausgeforschten Anrufer jedoch nicht um einen Berufsdetektiv, sondern um einen Berufsdetektiv-Assistenten (BDA) gehandelt haben. Der Mann sei nicht als Assistent in Hallein beschäftigt gewesen, sondern bei einer Detektei in Wien. Er habe lediglich in dem Salzburger Bezirk gewohnt. Der Fachverband wies ausdrücklich darauf hin, dass die drei Berufsdetektive des Bezirks Hallein in keiner Weise mit der Bombendrohung in Zusammenhang stehen, und distanzierte sich von der Tat.