Chronik | Österreich
05.03.2018

Mordverdacht: "Habe meine Frau kaputt gemacht"

46-Jährige wurde in Bad Schallerbach erstochen. Ihr Ehemann gilt als mutmaßlicher Täter.

Nachbarn hörten zuerst gegen sechs Uhr früh "ein Rumoren", dann Schreie: Eine Frau rief in der Nebenwohnung mehrmals um Hilfe. "Ich habe gewusst, das ist etwas Ernstes", betont ein junger Mann, der Montagvormittag die Polizei alarmiert hatte.

Als die Beamten an der Wohnungstür im Mehrparteienhaus im oberösterreichischen Bad Schallerbach läuteten, öffnete ihnen ein Mann. Er sprach nicht viel und konnte auch kaum Deutsch, aber der eine Satz saß: "Habe meine Frau kaputt gemacht", soll der 44-Jährige zu den Polizisten gesagt haben. In der Wohnung entdeckten die Beamten die Leiche einer 46-Jährigen, der Mieterin der Wohnung und Ehefrau des 44-Jährigen: Sie wies mehrere Stiche im Bauchbereich auf, die ihr mit einem Küchenmesser zugefügt worden sein dürften.

Geschockt

Der Verdächtige leistete keinen Widerstand, als ihn die Beamten festnahmen. Die Einvernahme war allerdings anfangs schwierig, denn der Kroate spricht kaum Deutsch. Er wohnt nicht in Österreich, sondern in seiner Heimat. Das Opfer soll erst vor wenigen Monaten nach Bad Schallerbach gezogen sein, die 46-jährige Kroatin war allein an der Adresse gemeldet. Anrainer beschreiben sie am Montag als sympathische Frau.

"Ich habe es im Radio gehört, dass hier eine Frau erstochen worden ist", ist Riki O. schockiert. Sie führt in dem Mehrparteienhaus ein Unternehmen. "Sie ist im Dezember eingezogen und war eine ganz nette Frau."

Das Motiv dürfte laut Polizei die bevorstehende Scheidung des Ehepaares sein, mit der der mutmaßliche Täter nicht zurecht kam. "Er dürfte seine Frau in der Nacht zuvor besucht haben", beschreibt Simone Mayr-Kirchberger, Sprecherin der Landespolizeidirektion Oberösterreich.

Geständnis

Offen blieb vorerst, ob dieser Besuch geplant war oder der Mann seine von ihm getrennt lebende Frau überraschte. Sie dürfte ihn aber jedenfalls freiwillig in die Wohnung gelassen haben, Spuren auf gewaltsames Eindringen gab es keine. Bei der Befragung am frühen Nachmittag habe sich der 44-Jährige dann geständig gezeigt. Er wurde am Nachmittag in die Justizanstalt Wels eingeliefert.