Millionenpleite eines großen Anbieters für Kinderbetreuung

Insgesamt sind 547 Kinder und 160 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen.
Ein Stempel mit dem Wort „insolvent“ liegt auf einem Stempelkissen.

Das Landesgericht Salzburg hat das Konkursverfahren über das Vermögen des Vereins TEZ – Zentrum für Tageseltern eröffnet. Laut AKV und Creditreform ist der Verein seit 1989 in Salzburg tätig und betreute zuletzt 547 Kinder. Mit 160 Beschäftigten war TEZ der größte Anbieter familiennaher Kinderbetreuung im Bundesland. 

"Es handelt sich um einen gemeinnützigen Verein, der am 17.02.1989 gegründet wurde. Dieser Verein wird von einem ehrenamtlichen Vorstand und einer angestellten Geschäftsführerin geleitet. Als Vorsitzende und Geschäftsführerin scheinen Frau Mag. Eva Kok-Ertl und Frau Corinna Schober in den Büchern auf", so Creditreform.

Der Hintergrund

Der Verein finanzierte sich aus Elternbeiträgen und öffentlichen Förderungen. Zwischen 2023 und 2025 führten stark steigende Personalkosten – vor allem infolge kollektivvertraglicher Erhöhungen – bei gleichzeitig stagnierenden Fördermitteln zu erheblichen Betriebsverlusten. Diese konnten zunächst durch den Abbau von Rücklagen kompensiert werden. Ein Versuch, die wirtschaftliche Lage durch Kürzung einer Zulage zu stabilisieren, scheiterte teilweise: 27 Mitarbeiterinnen lehnten die Kürzung ab, ihre Dienstverhältnisse wurden beendet, wodurch zusätzliche Abfertigungsansprüche entstanden.

Ein externer Wirtschaftsprüfer stellte schließlich fest, dass keine positive Fortbestehensprognose mehr vorliegt. Nach Aufbrauch der Rücklagen könnten die laufenden Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden – der Verein ist damit überschuldet.

Schulden und Vermögen

Per 30. April 2026 weist die Bilanz Aktiva von rund 2,35 Millionen Euro aus, darunter Investitionen in Einrichtungen, EDV und Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Forderungen aus Fördermitteln. Auf der Passivseite stehen Verbindlichkeiten in Höhe von 2,20 Millionen Euro und Subventionen von knapp 486.000 Euro. Rund 80 Gläubiger sind betroffen, darunter Mitarbeitende, Lieferanten, Finanzamt und Österreichische Gesundheitskasse.

Keine Zukunft

Eine dauerhafte Fortführung des Vereins ist laut AKV nicht vorgesehen. Die Insolvenzverwaltung prüft nun, ob eine befristete Weiterführung möglich ist, um eine Übergangslösung für die betroffenen Kinderbetreuungseinrichtungen sicherzustellen.

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