Chronik | Österreich
26.11.2018

Innsbruck: Vor Messermord vermutlich Drogengeschäft

Nach Videoauswertung ist 24-jähriger Afghane für Polizei tatverdächtig. LH Platter fordert von Kickl mehr Planstellen in Tirol.

Die Spuren der Bluttat in der Nacht auf Samstag sind teilweise noch zu sehen. In der Passage unter dem Innsbrucker Bahnviadukt, wo ein 21-Jähriger Bregenzer tödlich mit einer Stichwaffe am Hals verletzt wurde, flackern Grablichter als Zeugnis der Trauer über die schockierende Tat. Wo tagsüber eilig Passanten vorbei huschen ist  in der Nacht das Tor für Ausgehlustige in die Bogenmeile mit ihren vielen Lokalen.

Am Montag konnte die Polizei mögliches Licht in das Dunkel der Hintergründe der Tat bringen. Das Opfer war gemeinsam mit acht Freunden um 22 Uhr mit dem Zug in Innsbruck angekommen. Um 1.15 Uhr verließ die Gruppe unmittelbar vor dem Angriff, für den es zunächst kein erklärbares Motiv gab, ein Bogenlokal. „Der Tat ist möglicherweise ein Suchtmittelgeschäft in dem Lokal vorausgegangen“, sagt Christoph Hundertpfund vom Landeskriminalamt Tirol.

Ein 24-jähriger Afghane, der am Sonntagmorgen gegen sechs Uhr angehalten und seither festgehalten wird, ist für die Polizei tatverdächtig. „Nach Sichtung der Aufnahmen aus der Videoüberwachung kommen wir zu dem Schluss, dass diese Person mit der Tat in Verbindung zu bringen ist“, sagt Hundertpfund.

Die Ermittler haben den Asylwerber, der vorerst jeden Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt bestritten hat, am Montagnachmittag mit den Ergebnissen der Video-Analyse und dem Obduktionsergebnis konfrontiert.

Stich in den Hals

Der Leichnam wurde am Montagvormittag untersucht. „Der Gerichtsmediziner hat festgestellt, dass der Täter mit einer Stichwaffe – vermutlich einem Messer – einmal in den Hals zugestochen hat. Das Opfer wurde dabei tödlich verletzt“, berichtet der Ermittlungsleiter.

Die Befragung des 24-Jährigen war am Nachmittag noch im Gange. Die Ermittlungsergebnisse werden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, die über Beantragung einer U-Haft entscheiden muss.

Diskussion über Waffenverbotszone

Die Bluttat hat eine politische Debatte über Sicherheitsmaßnahmen in Innsbruck entzündet. Die FPÖ fordert dabei etwa weitere Waffenverbotszonen abseits der angekündigten in der Bogenmeile.

Platter fordert von Kickl mehr Polizei

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sah indes FPÖ-Innenminister Herbert Kickl gefordert. Es sei Zeit, dass „nun endlich die vom Innenministerium versprochenen zusätzlichen 4200 Planstellen österreichweit kommen. Es ist notwendig, dass Tirol dabei ordentlich berücksichtigt wird und schnellstmöglich Information über die Anzahl der neuen Tiroler Planstellen erhält, damit wir die Präsenz der Polizei deutlich erhöhen können“.