Chronik | Österreich
07.06.2018

Mehr Geld für Mediziner, die nachts auf Patienten warten

Nach den Spitälern strukturiert das Land die Bereitschaft für Ärzte neu: Bisher konnten nicht alle Dienste besetzt werden.

Die Symptome: Die Steiermark ist in 92 Sprengel aufgeteilt, in denen sich die niedergelassenen Ärzte ihre Nacht- und Wochenend-Bereitschaftsdienste selbst organisieren, alles großteils auf freiwilliger Basis.

Die Diagnose: „Das derzeitige Angebot an Wochentags-Nachtdiensten funktioniert nicht flächendeckend“, heißt es am Mittwoch bei der „13. Steirische Gesundheitskonferenz“ seitens des Gesundheitsfonds. In der Hälfte der kleinräumig strukturierten Sprengel waren die Nacht-Bereitschaften nicht mehr durchgängig besetzt. 16 Prozent schafften gar nur die Hälfte aller monatlichen Bereitschaften.

Die Therapie: Das Land Steiermark krempelt die Notfallversorgung mit zweitem Quartal 2019 völlig um. Statt der 92 Sprengel wird es künftig 24 Regionen geben, kündigt ÖVP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler an. Das soll helfen, ausreichend Mediziner für diese Nacht-Bereitschaftsdienste, aber auch an Feiertagen und Wochenenden zu gewinnen.

Neue Anlaufstelle

Dann soll auch eine zentrale Stelle die Anrufe entgegennehmen, koordinieren und entscheiden, was weiter geschieht: Reicht eine allgemeine Information per Telefon? Muss der Arzt zum Hausbesuch kommen? Ist ein Krankentransport in ein Spital nötig? Dafür gibt es bereits eine Telefonnummer: 1450; das Team dahinter spielt auch tagsüber eine Vermittlerrolle. Dieses Schema orientiert sich am niederösterreichischen Modell, das Anrufe von Patienten über eine Leitstelle abwickelt.

Konkret soll werktags in jeder der 24 Regionen wenigstens ein Allgemeinmediziner für Visiten zwischen 18 und 24 Uhr abrufbar sein, danach übernehmen die Rettungsorganisationen bis 7 Uhr früh. In Graz sollen mehrere Ärzte Bereitschaftsdienst haben. An Wochenenden und Feiertagen sind steiermarkweit Drei-Schicht-Dienste für Mediziner vorgesehen. Um sie besetzen zu können, lockt das Land mit mehr Geld – 400 Euro pro Dienst, doppelt so viel wie bisher. Auch Spitalsärzte können sich dafür melden.