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© KURIER/Martin Stachl

Chronik Österreich
12/04/2020

Medizinlabor soll Kunden um 300.000 Euro betrogen haben

Geschäftsführer gab sich in Salzburg fälschlicherweise als Arzt aus und wurde wegen schweren Betrugs angeklagt.

Zahlreiche Kunden hatten sich 2017 und 2018 Hilfe suchend an ein humanmedizinisches Labor in der Stadt Salzburg gewandt. Das Unternehmen bot auf seiner Homepage an, Speicheltestanalysen durchzuführen, den Hormonstatus zu messen und aufgrund der Messwerte ein individuelles Hormonprofil zu erstellen. Bis zu knapp 300 Euro waren dafür – ohne Präparate – abzulegen.

Dabei dürfte im großen Stil betrogen worden sein. Die Staatsanwaltschaft Salzburg hat den Geschäftsführer des Labors wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges und anderer Delikte angeklagt. Der deutsche Staatsbürger soll Therapieprodukte an Kunden verkauft haben, obwohl die Speicheltests nicht fachgerecht oder gar nicht analysiert wurden. Der Gesamtschaden zulasten der Kunden soll 300.000 Euro betragen. Das Labor stellte im Oktober 2018 den Betrieb ein und ging in Konkurs.

Als Arzt ausgegeben

Der bisher unbescholtene 78-Jährige habe sich zudem als Arzt ausgegeben und die Kunden mit irreführenden Angaben auf der Homepage getäuscht, wonach es sich um ein medizinisches Labor gehandelt habe. „Er besitzt aber weder eine ärztliche Berufsberechtigung noch ist er in die Ärzteliste eingetragen“, berichtet Barbara Fischer, Leiterin der Staatsanwaltschaft Salzburg.

Die Hormontherapieprodukte waren ebenfalls über die Homepage des Unternehmens zu erwerben. Der Labormitarbeiter habe das Unternehmen aber noch 2017 verlassen. Ab Jänner 2018 seien keine Laboranalysen mehr durchgeführt worden, heißt es in der Anklage. Die Anzeige kam offenbar von einer Ex-Mitarbeiterin. Es gab auch eine Hausdurchsuchung. Der Verteidiger des Angeklagten gab noch keine Stellungnahme zur Anklage ab, die Anklage ist noch nicht rechtskräftig.

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