© Kurier/Gilbert Novy

Chronik | Österreich
05/17/2019

Mathematura: 50 Prozent weniger Fünfer an Österreichs Gymnasien

Laut Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) führte unter anderem die freiere Zeiteinteilung zu besseren Ergebnissen.

Das Angstfach Mathematik dürfte in diesem Jahr für Maturanten nicht ganz so zum Fürchten gewesen sein wie im Vorjahr. Vorläufige Ergebnisse des schriftlichen  Reifeprüfung ergaben, dass österreichweit elf Prozent der Arbeiten an AHS negativ beurteilt wurden. 2018 waren es noch 22 Prozent. Auch an den Berufsbildenden höheren Schulen (BHS) nahmen die „Nicht Genügend“ ab. Mit einem Rückgang von 20 auf 17 Prozent allerdings nicht so stark.  

Die Best- und Durchschnittsnoten blieben nahezu unverändert. Die Zahl der mit „Sehr Gut“ benoteten Arbeiten sank an den AHS von neun auf acht Prozent, an den BHS stieg sie dafür von fünf auf sieben. Die Dreierquote sank an beiden Schultypen minimal von 3,2 auf 3,1 bzw. 3,5 auf 3,4 Prozent.

„Nichts hergeschenkt“

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) ist mit dem derzeitigen Stand zufrieden. Dieser ist noch nicht endgültig, da 20 Prozent der Mathe-Noten noch nicht im Ministerium eingelangt sind. Für Faßmann hat vor allem die „erhöhte Zeitsouveränität zur Entspannung“ und damit zu besseren Noten geführt. Die Matura sei aber auch nicht so ausgefallen, dass der Vorwurf kommen könne, sie wäre hergeschenkt. An Gymnasien musste bisher zuerst ein Grundlagen-Teil in zwei und dann eine anspruchsvollerer Teilprüfung in zweieinhalb Stunden absolviert werden. Heuer wurden beide Teile gleichzeitig bei freier Zeiteinteilung ausgegeben.

Weiters wurde auf bessere Textverständlichkeit geachtet und bei teilweise korrekten Antworten halbe Punkte vergeben. Beide Maßnahmen seien laut  nö. Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister unter anderem auf niederösterreichische Verbesserungsvorschläge zurückzuführen. Dementsprechend zufrieden sei man mit der Halbierung der negativen Noten an Niederösterreichs AHS auf 9,3 Prozent.

Grund zur Freude gab es auch bei den AHS-Maturanten in Oberösterreich. Mit 7,5 Prozent gab es so wenige Fünfer wie sonst nirgends. Die meisten hingegen in Wien (16,5) und Salzburg (15,8). Bei den BHS hatten die Steirer die Nase vorn: Nur 13,3 Prozent von ihnen müssen zur Kompensationsprüfung antreten. Anders im Burgenland und in Kärnten, wo 22,2 bzw. 22,1 Prozent noch einmal ranmüssen.

Die Kompensationsprüfungen finden Ende Mai statt. Schüler mit einem Fünfer können sich diesen dann ausbessern.