KÄRNTEN: AUS SEE GEBORGENES KRIEGSRELIKT EXPLODIERTE - EIN TOTER IN STEINDORF

© APA/GERT EGGENBERGER / GERT EGGENBERGER

Chronik Österreich
10/01/2021

Mann sprengt sich mit Kriegsrelikt aus Ossiachersee in die Luft

59-Jährige hatte Kriegsrelikt aus See geborgen und im Uferbereich genauer untersucht. Dabei kam es zum Unglück.

von Anja Kröll

Zu einem tragischen Unfall ist es am Freitag in Kärnten gekommen. Gegen 11.00 Uhr kam es in Steindorf am Ossiacher See zu einer Explosion, bei der ein Mann getötet wurde.

Nach ersten Informationen der Polizei dürfte der 59-Jährige im Laufe des Donnerstags ein Kriegsrelikt aus dem See geborgen und im Uferbereich deponiert haben. Den ersten Erhebungen zufolge hantierte der Mann gegen 11.00 Uhr damit, wobei es zu einer Detonation kam. Der Deutsche wurde dabei tödlich verletzt. 

Fund beim Fischen?

Nicht bestätigt sind Gerüchte, die es um den Unfall gibt: Demnach dürfte sich der Getötete zum Fischen am Ossiachersee aufgehalten haben. Dabei entdeckte er vermutlich eine Granate. Offiziell bestätigt kann dies erst nach dem Eintreffen des Entminungsdienstes aus Graz werden. Als der 59-Jährige seinen Fund am Freitag genauer unter die Lupe nehmen wollten, passierte das Unglück. Einen zweiten Verletzten gibt es nicht.

Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Sprengstoffhunden und Polizei stand im Einsatz

Viele Kriegsrelikte in Kärntner Seen

Dass sich neben Granaten viele weitere Kriegsrelikte wie Munition oder Gewehre in den Kärntner Seen befinden, ist kein Geheimnis. Experten haben bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die größten Mengen im Ossiachersee vermutet werden. Hintergrund: Das Nazi-Regime und englische Besatzer entledigten sich ihrer Bewaffnung ausgerechnet in den heimischen Gewässern. Hinzu kamen Bombenabwürfe während des Zweiten Weltkrieges. Mehr als tausend LKW-Ladungen hochexplosives Material wanderten dabei auch in den Ossiachersee.

Die Polizei rät bei Funden von Kriegsmaterialien umgehend die Exekutive zu verständigen. Niemals Kriegsrelikte auf eine Polizeiinspektion zu bringen, sondern stets auf die Experten des Entminungsdienstes zu warten. Im Jahr 2020 stellt der Entminungsdienst des Bundesheeres alleine 26 Tonnen Kriegsmaterial sicher. Von der Tauchgruppe des Entminungsdienstes wurden im dabei aus diversen Gewässern 3.457 Kilogramm Kriegsmaterialien geborgen.

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