Erster 8-fach-Jackpot: Wie Lotto einst nach Wien kam
Am Sonntag gibt es den ersten Achtfach-Jackpot der österreichischen Lottogeschichte
Spanien gegen Argentinien? Sehr spannend für Millionen Fußballfans weltweit vor den TV-Geräten.
Aber bevor die Superstars Lionel Messi und Lamine Yamal im MetLife Stadium in New Jersey beim Match um einen Ball aufeinandertreffen, fiebert so mancher Österreicher wahrscheinlich zuvor schon beim Rollen von sechs kleinen Kugeln mit: Am Sonntag wird bei der Lottoziehung ein Achtfach-Jackpot ausgespielt, das ist eine Premiere in der 40-jährigen Geschichte von „6 aus 45“.
Welche Summe gibt es für den richtigen Sechser?
Rund zwölf Millionen Euro sind am 19. Juli zu erwarten – und auch wenn das unfassbar viel Geld ist: Der höchste bisher ausgespielte Solo-Sechser in Österreich ist mit der Summe nicht drin. Diesen Stockerlplatz trägt ein Solo-Sechser von 21. November 2018, 14,9 Millionen Euro gingen damals nach Niederösterreich. Doch die zu erwartende Summe kommenden Sonntag ist ein guter zweiter Platz im Ranking.
Das waren die bisherigen Top-Gewinne:
- 14.926.157,30 Euro, Siebenfachjackpot, 21.11.2018, Siebenfachjackpot (NÖ)
- 11.152.282,90 Euro, Siebenfachjackpot, 22. 9. 2024, (Steiermark)
- 10.887.160,80 Euro, Siebenfachjackpot, 16. 10. 2024 (Kärnten)
- 9.802.237,50 Euro, Siebenfachjackpot, 27. 4. 2022 (OÖ)
- 9.682.498,70 Euro, Siebenfachjackpot, 27. 9. 2025 (OÖ)
- 9.643.151,70 Euro, Fünffachjackpot, 12. 8. 20215 (Wien)
- 9.625.763,10 Euro, Sechsfachjackpot, 11.12. 2024 (Steiermark)
- 9.437.932,50 Euro, Fünffachjackpot, 15. 8. 2012 (Wien)
- 9.231.788,80 Euro, Fünffachjackpot, 9. 6. 2013 (Wien)
- 9.165.954 Euro, Sechsfachjackpot, 27.12. 2020 (OÖ)
Wie viele Lottomillionäre gibt es?
Insgesamt durften sich bisher schon 659 Menschen in Österreich nach Lottoziehungen Millionäre nennen, Sechser gab es allerdings wesentlich mehr, 861 nämlich.
Wie viele Tipps werden abgegeben?
An die elf Millionen Tipps erwarten die Österreichischen Lotterien für die Ziehung am Sonntag, übrigens die 3.661. Ziehung in der Geschichte von „6 aus 45“. Moderieren wird sie Ralph Huber-Blechinger. Die Menge an Tipps ist etwa vier Mal so hoch wie bei Runden ohne Jackpot, beschreibt Lotterien-Sprecher Günter Engelhart.
Wann gab es erstmals „6 aus 45“?
Die ersten Gewinnzahlen von „6 aus 45“ wurden am 7. September 1986 gezogen, auch damals schon live im TV.
- Niederösterreich: 179
- Wien: 151
- Oberösterreich: 129
- Steiermark: 119
- Kärnten: 57
- Tirol: 53
- Salzburg: 38
- Vorarlberg: 36
- Burgenland: 33
Wie alt ist diese Form des Glücksspiels?
Älter als allgemein vermutet, es stammt in seiner Urform aus dem 15. Jahrhundert. Schriftlich erstmals belegt ist eine Lotterie 1476 in Modena, in der italienischen Stadt wurden so Festungsanlagen finanziert, aber auch Arme unterstützt.
Wer hat das Spiel erfunden?
Als eigentlicher Erfinder des modernen Lotto gilt Benedetto Gentile aus Genua: 1575 wurden nach politischen Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen Senatoren per Los gewählt. 90 Namen von Bürgern kamen in den Lostopf, gezogen wurden fünf – und das Volk begann, auf diese „5 aus 90“ zu wetten.
Wie wurde aus einer politischen Wahl ein Glücksspiel für jedermann?
Die Wetten waren so beliebt, dass sie bald verbindliche Spielregeln erhielten. Letztlich wurden Namen durch Zahlen ersetzt, sodass ab 1643 Zahlenlotto in den italienischen Städten Fuß fasste.
Sogar Giacomo Casanova war leidenschaftlicher Liebhaber dieses Glücksspiels und stieß vielleicht die Herrscher seiner Zeit gar erst auf den potenziellen Wert, um (marode) Staatsfinanzen aufzubessern: „Es ist eine Steuer der exzellenten Gattung“ soll Casanova über das Zahlenlotto angemerkt haben. Von Italien aus verbreitete sich Lotto schnell in ganz Europa.
Lottospieler des 19. Jahrhunderts
Wie kam das Lotto nach Österreich?
Nachdem der Papst 1731 das Verbot für Glücksspiel aufhob, wagten auch die katholischen Herrscher, bei der „Steuer der exzellenten Gattung“ zuzugreifen, unter ihnen Maria Theresia. Sie gestattete mit einem Patent aus 1751 das „Lotto di Genova“ in den österreichischen Erblanden, das „Privileg“ für die Abwicklung übertrug sie Graf Ottavio di Cataldi – kurz, die Habsburgerin vergab Lizenzen.
Sie agierte somit schlauer als ihr Erzfeind in Preußen, Friedrich II., der 1763 nachzog und selbst als Veranstalter auftrat. Organisationsprobleme und andere Mängel sorgten dafür, dass sein Profit nicht so hoch ausfiel, wie der König es gern gehabt hätte. Das durch die Habsburgerin ins Land geholte Zahlenlotto 1 – 90 besteht übrigens heute noch in „kaum veränderter Form“, wie es bei den Lotterien heißt.
Wann fand die erste Zahlenlottoziehung in Österreich statt?
Die erste Ziehung Österreichs fand am 17. Oktober 1752 in Wien statt. Die Kaiserin selbst nahm teil, als öffentlich am Lobkowitzplatz – zu jener Zeit noch Augustinerplatz genannt – die fünf Richtigen aus 90 Zahlen gezogen wurden: 26, 81, 53, 11 und 74.
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