Chronik | Österreich
21.01.2018

Lawinengefahr steigt, zahlreiche Straßen gesperrt

Warnstufe wurde in großen Teilen der Alpen erhöht. Auch Bahnstrecken waren unterbrochen.

Die Lage in den Alpen ist angespannt. Aufgrund der starken Schneefälle wurden die Lawinenwarnstufen angehoben. Nach Vorarlberg hat auch der Lawinenwarndienst Tirol die Gefahrenstufe von 3 (erheblich) am Sonntag auf 4 (groß) erhöht. In Salzburg sei die ohnehin große Lawinengefahr im Lauf des Sonntags noch weiter gestiegen.

Wie der Lawinenwarndienst Tirol mitteilte, sei im Westen des Landes die Lawinenwarnstufe "inzwischen überall oberhalb von etwa 1800 Meter auf groß angestiegen". In den neuschneereichen Regionen könnten nun auch große Lawinen von selbst abgehen. Für Wintersportler, die sich im offenen Gelände bewegen, besteht höchste Gefahr. In den Salzburger Nordalpen ab 2000 Metern Seehöhe herrschte bereits am Vormittag Warnstufe 4. In den übrigen Gebirgsgruppen des Bundeslandes wurde sie – mit Ausnahme der Lungauer Nockberge – im Lauf des Tages von 3 auf 4 angehoben. Aber nicht nur im Gebirge herrschte Lawinengefahr: Der Gaisberg-Rundwanderweg oberhalb der Stadt Salzburg ist Sonntagfrüh wegen drohender Lawinenabgänge gesperrt worden.

Schneebretter

In Oberösterreich ist die Lawinenwarnstufe für Bereiche oberhalb der Waldgrenze im Lauf des Sonntags ebenfalls von drei auf vier erhöht worden, unterhalb blieb es bei Stufe drei. Die Auslösung von Schneebrettlawinen sei bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, teilt der Lawinenwarndienst mit.

Experten erwarten, dass die Gefahr auch kommende Woche groß bleibt und sich die Lage erst gegen die Wochenmitte hin in den Alpen wieder etwas entspannt.

Auch auf den Straßen sorgen die tiefwinterlichen Verhältnisse für umfangreiche Probleme. Nach Angaben des ÖAMTC wurden in Westösterreich rund 30 Straßenzüge gesperrt. St. Anton am Arlberg war zwischenzeitlich überhaupt nicht erreichbar, da nicht nur die Arlbergpassstraße (B 197) gesperrt werden musste, sondern auch die ÖBB den Zugsverkehr einstellte. Die Bundesbahnen kündigten am Sonntag an, Ersatzunterkünfte für Reisende bereitzustellen. Es sei damit zu rechnen, dass die Streckensperre auf jeden Fall bis Montag aufrecht bleibt. Auch auf der Brennerbahn kam es zu Einschränkungen. Sie ist nach einer Oberleitungsstörung in einem Abschnitt zwischen Innsbruck und Matrei bis Montagvormittag nur eingleisig befahrbar. Hier komme es zu geringen Verzögerungen.

Warmfront

Nach den Regen- und Schneefällen wird ab Montag bzw. Dienstag eine Warmfront über Österreich ziehen, prognostizierten die Meteorologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Bis zu zwölf Grad sind möglich. Am Montag zieht die Warmfront von Westen her durch. Dabei schneit es im Westen in der Früh teils noch kräftig und bis zum Abend breiten sich die Schneefälle auch auf das östlichen Flachland aus. Gleichzeitig steigt auch die Schneefallgrenze, und im Westen und Norden geht der Schneefall tagsüber immer öfter in Regen über.

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