Lawinenabgänge, Muren und Hangrutsche halten den Süden in Atem

Lawinenabgänge, Muren und Hangrutsche halten den Süden in Atem
Mehrere Lawinenabgänge endeten glimpflich, verletzt wurde niemand. Montag bleiben viele Schulen geschlossen.

In Kärnten und Osttirol gab es am Sonntag nur ein kurzes Aufatmen.

Die Niederschläge waren auch in der Nacht auf Sonntag heftig, trotzdem blieb es in den am stärksten von Regen und Schnee betroffenen Gebieten vergleichsweise ruhig. Das lag auch daran, dass die Niederschlagsmengen eine Spur weniger groß als befürchtet waren. Von einer Normalisierung der Lage konnte dennoch keine Rede sein. Vor allem Hangrutsche und Lawinen sorgten für Probleme.

In Osttirol ging in Bobojach in der Gemeinde Prägraten gegen Mittag eine Lawine in bewohntes Gebiet ab. „Der Lawinenabgang verlief glimpflich. Es wurde niemand verletzt“, teilte Bezirkshauptfrau Olga Reisner mit. Vorsichtshalber wurden die 70 Bewohner von Bobojach im Gemeindezentrum des Ortes untergebracht.

In Südtirol krachte in Martell ebenfalls eine Lawinen direkt in den Ort. Dabei wurden einige Häuser beschädigt, sie mussten evakuiert werden. Verletzt wurde laut Bürgermeister Georg Altstätter niemand.

Prekäre Lage

Das Tal war am Sonntag von der Außenwelt abgeschnitten. „Die Lage ist prekär“, sagte Altstätter. In Mauls stürzte eine Hochspannungsleitung auf die Brennerautobahn, die Eisenbahngleise und die Staatsstraße. Jeglicher Verkehr zwischen Brixen und Sterzing war unterbrochen.

Auch im Tiroler Stubaital endete ein gewaltiger Lawinenabgang am Nachmittag glimpflich. Die Lawine ging rund vier Kilometer vor der Talstation des Stubaier Gletschers auf die Straße ab und erfasste dabei einen Kleinbus. Alle sechs Insassen konnten sich selbst befreien und blieben unverletzt. Auch im Sellraintal wurde ein Auto von einem Schneebrett getroffen. Die Lenkerin wurde nicht verletzt, die Straße aber daraufhin gesperrt.

Vor allem in Osttirol gab es am Sonntag weiterhin Probleme mit der Stromversorgung. Rund 2.500 Haushalte waren nach wie vor ohne Strom. Die schweren Niederschläge führten zu Baumstürzen und Seilrissen. Stromversorger Tinetz sprach von einer Situation, „wie wir sie noch nie hatten“.

Lawinenabgänge, Muren und Hangrutsche halten den Süden in Atem

In Osttirol und Kärnten kam es zu vielen kleinräumigen Überflutungen wie hier in Dölsach.

Zu gefährlich für Kinder

Die Ausnahmesituation führt dazu, dass am Montag wohl alle Schulen im Bezirk geschlossen bleiben. Jedenfalls empfahl das die Bildungsdirektion Tirol den Schulleitern. „Aktuell wäre es für die Kinder zu gefährlich, sich im Freien aufzuhalten. Aus Sicherheitsgründen sollten auch die Kindergärten geschlossen bleiben“, sagte Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

Auch im Bezirk Spittal/Drau und in Lavamünd bleiben die Schulen am Montag geschlossen.

Am Nachmittag habe sich die Lage stellenweise dramatisch zugespitzt. Es gab zahlreiche Muren und Hangrutsche. „Die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder haben absolute Priorität“, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser. Für mehrere Gemeinden verhängte das Land Zivilschutzalarm.

In der Steiermark wurden in Stadl an der Mur aufgrund eines drohenden Hangrutsches mehrere Häuser evakuiert, 30 Personen waren betroffen. Zahlreiche Straßen blieben weiterhin gesperrt, darunter etwa die Felbertauernstraße, die Gailtalstraße und die Mölltalstraße.

Auch der Süden Salzburgs war erneut von den Unwettern betroffen. In Taxenbach, Bruck, Fusch und Rauris waren Sonntagabend 200 Personen ohne Straßenverbindung, 23 Gebäude wurden vorsorglich evakuiert.

Es wurde Zivilschutzalarm ausgelöst.

Lawinenabgänge, Muren und Hangrutsche halten den Süden in Atem

In Salzburg war vor allem der Süden von Muren und Hangrutschungen betroffen.

Leichte Entwarnung

In Lavamünd in Kärnten konnte am Sonntag leichte Entwarnung gegeben werden. Das Hochwasser fiel nicht ganz so schlimm aus, wie ursprünglich befürchtet. „Es ist jetzt von einem 10- bis 30-jährlichen Hochwasser auszugehen“, sagte der Kärntner Katastrophenschutzbeauftragte Markus Hudobnik.

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