© APA/AFP/OLI SCARFF

Chronik Österreich
11/10/2020

Kinder und Schule: Viele Eltern können nicht mehr

Langes Warten auf Testergebnisse und Probleme beim Homelearning macht vielen zu schaffen. Auch Kindergärten wünschen sich mehr Unterstützung.

von Ute Brühl

Viele Eltern können nicht mehr. „Die Stimmung ist jetzt eine ganz andere als noch beim Lockdown im Frühjahr“, stellt Eva Gruber, Mutter zweier Buben fest. „Anfangs war noch eine große Bereitschaft da, die Kinder zu Hause zu unterrichten und zu betreuen. Doch damit ist es vorbei. Nicht nur meine Batterien sind leer – auch die vieler Eltern.“

Sie fürchtet sich davor, dass ihre Söhne, die zehn bzw. zwölf Jahre alt sind, wieder zu Haus bleiben müssen. Ihr Wunsch: „Sollte es dazu kommen, dann muss doch ein Unterricht in der Schule in irgendeiner Form gewährleistet zu sein. Ich würde es nicht schaffen, nochmals meine Kinder zu Hause zu unterrichten. Ich kann einfach nicht mehr.“

Ihre Freundin Maria Steiner hat jetzt erlebt, dass ihre Tochter zehn Tage in Quarantäne musste, weil ein Kind in der Klasse positiv war. Was Steiner ärgert: „Das Homeschooling funktioniert bei manchen Lehrern – es sind diejenigen, die eh immer schon engagiert waren. Andere hingegen scheinen es als Zumutung zu sehen, sich mit den Online-Programmen zu beschäftigen. Dabei könnte man manches online sogar fast besser vermitteln, weil ja alle Kinder am Bildschirm sitzen.“

Verdachtsfall

Viele Eltern beunruhigt, dass Kinder selbst dann noch in die Schule gehen sollen, wenn nur ein Verdachtsfall in der Klasse ist. „Leider dauert es oft Tage, bis man Bescheid bekommt“, berichtet ein Vater. Oft erfahren die Eltern lange nichts – auch weil die Eltern nicht verpflichtet sind, zu melden, wenn ihr Nachwuchs positiv getestet wurde. Das ist Aufgabe der Gesundheitsbehörden – und weil die derzeit ausgelastet sind, kann das dauern. Es ist auch die Behörde, die entscheidet, ob die ganze Klasse oder nur einzelne Schüler zu Hause bleiben müssen. Noch ärgerlicher ist es, wenn Eltern ihre Kinder trotz Fiebers in die Schule schicken, wie kürzlich an einem Wiener Gymnasium passiert ist.

Allerdings: Auch wenn die Behörden manchmal erst spät aktiv werden, kann man Schüler und Eltern vorab informieren, meint AHS-Direktorensprecherin Isabella Zins: „Sobald ich Bescheid weiß, informiere ich die Schulpartner.“

Auch für die Kindergärten ist Corona eine Herausforderung. Elmar Walter von der St. Nikolausstiftung wünscht sich – so wie Direktoren und Eltern, „dass wir dort, wo es Verdachtsfälle gibt, schneller die Ergebnisse erhalten. Das dauert manchmal vier Tage oder noch länger.“ Was helfen würde: „Mehr Personal, damit wir die Gruppen verkleinern können. Auch Assistentinnen wären schon eine große Hilfe. Allerdings müssen wir leider feststellen, dass manche Bewerberinnen uns derzeit absagen, weil sie fürchten, sich in den Kindergärten anzustecken.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.