Durch den Brexit soll es zu keinen Engpässen kommen

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Chronik Österreich
07/27/2019

Keine Medikamente? Arznei aus Italien soll Engpass überbrücken

Lebenswichtiges Präparat „Imurek“ ist wieder erhältlich. Die aktuelle Lieferung soll bis Herbst reichen.

von Jürgen Zahrl

Die Reaktionen nach dem KURIER-Bericht über die Lieferengpässe lebenswichtiger Medikamente in Österreich waren heftig. Seit Wochen sind beispielsweise das Arzneimittel „Imurek“ und ähnliche Produkte mit demselben Wirkstoff, die ein Abstoßen eines eingepflanzten Organs im Körper verhindern sollen, nicht lieferbar. Jetzt dürfen die betroffenen Patienten endlich aufatmen.

Der heimische Zulassungsinhaber des Präparats „Aspen Austria“ hat vor wenigen Tagen eine größere Lieferung mit „Imurek“ aus Italien erhalten. 20.000 Packungen sind von der Firma zurückgekauft worden und sollen reichen, um in Österreich die Zeit bis zum geplanten Wiederbelieferungstermin Mitte September zu überbrücken. „Die erste Hälfte dieser Menge wurde bereits umgepackt und mit österreichischen Gebrauchsinformationen versehen, um eine problemlose Anwendung durch Fachkräfte und durch Patienten zu ermöglichen“, heißt es seitens des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG). Schon vor Kurzem soll mit der Auslieferung begonnen worden sein.

Mediziner schlugen Alarm, als ihre Patienten erzählten, dass sie ihre Medikamente in der Apotheke nicht bekommen. Die Ursachen für die immer öfter auftretenden Lieferengpässe dürften vielfältig sein. Nur noch wenige Hersteller in Asien sollen aus Kostengründen für die Produktion verantwortlich sein. Kommt es zu einem Rohstoffmangel oder zu einer Verunreinigung in der Herstellung, sind die Auswirkungen gleich weltweit spürbar. Aber auch hierzulande soll es Probleme geben. Weil Österreich als Billigpreisland bekannt sei, würden Industrie und Zwischenhändler lieber andere Länder bevorzugen, heißt es.

Eine Taskforce im Gesundheitsministerium will demnächst Maßnahmen erarbeiten. Geplant ist etwa eine schärfere Meldepflicht für fehlende Medikamente. Bisher mussten Hersteller erst nach vier Wochen eine Information übermitteln. Künftig soll das unverzüglich passieren.