GERMANY-HEALTH-VIRUS-MONITORING

© APA/AFP/POOL/MARIJAN MURAT / MARIJAN MURAT

Chronik Österreich
06/12/2020

Kein Corona-Fall in dritter Stichprobenstudie

Unter 1.279 Teilnehmern gab es keinen Fall.

Keinen Covid-19-Infizierten unter 1.279 Teilnehmern bei den PCR-Testungen ergab die dritte vom Wissenschaftsministerium beauftragte reprĂ€sentative Stichprobenuntersuchung auf eine SARS-CoV-2-Infektion. Unter BerĂŒcksichtigung der Vorerfahrungen und der Zahlen aus dem EMS-System wird die Dunkelziffer-Obergrenze fĂŒr Ende Mai zwischen 6.000 und 3.000 FĂ€lle geschĂ€tzt, so die Statistik Austria.

Damit ist die SchĂ€tzung jener Menschen, die ohne ihr Wissen mit dem neuen Coronanvirus infiziert sind, gegenĂŒber den ersten beiden Erhebungen erneut gesunken: Die erste Dunkelziffer-Studie hatte Anfang April noch sechs Infektionen und eine maximale Dunkelziffer von rund 60.000 Infizierten in der Bevölkerung ĂŒber 16 Jahren ausgewiesen.

Zahlen sinken

Im Rahmen der zweiten derartigen Untersuchung Ende April wurde noch ein Covid-19-Fall identifiziert. Hochgerechnet ergab das eine Dunkelziffer-Obergrenze von höchstens 11.000 Menschen zusÀtzlich zu den damals Erkrankten in SpitÀlern. Man könne also davon ausgehen, dass die Dunkelziffer der Infiziertenzahl zwischen den Erhebungen - so wie auch die offiziellen Zahlen der Erkrankten - jeweils gesunken ist.

eine 23degrees Grafik Platzhalter.

Wir wĂŒrden hier gerne eine 23degrees Grafik zeigen. Leider haben Sie uns hierfĂŒr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte 23Degrees zu.

Bei der nun zwischen 26. und 30. Mai durchgefĂŒhrten Erhebung wurden 3.720 Personen ab 16 Jahren aus dem Zentralen Melderegister als Stichprobe gezogen. Verwertbare PCR-Tests konnten letztendlich bei 1.279 Teilnehmern ausgewertet werden, hieß es am Freitag. Dass es nun keinen neu identifizierten Fall gab, passe gut in das Bild, das sich Ende Mai auch im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) zeigt: Gab es bei der zweiten Untersuchung Ende April noch 960 neu gemeldete FĂ€lle in Österreich, waren es Ende Mai nur noch 380 Personen.

Genau das spiegeln jetzt auch unsere Daten wieder„, erklĂ€rte die Studienprojektleiterin der Statistik Austria, Matea Paskvan der APA. Folglich sei es statistisch einleuchtend, dass sich unter den Testungen kein neuer Fall offenbarte: “Die StichprobengrĂ¶ĂŸe ist zum Nachweis solch geringer Effekte zu niedrig."

“Diese empirische BestĂ€tigung gibt uns die Sicherheit, die wir benötigen, um politische Entscheidungen fakten- und evidenzbasiert zu treffen", heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Die Studie beweise einmal mehr, dass die gesetzten Maßnahmen richtig gewesen seien.

Dunkelziffer

Trotz der fehlenden FĂ€lle in der Stichprobe wagen die Experten, die die Studie in Zusammenarbeit mit Rotem Kreuz und der Medizinischen UniversitĂ€t Wien im Auftrag des Wissenschaftsministeriums durchgefĂŒhrt haben, eine AbschĂ€tzung der Dunkelziffer: BerĂŒcksichtige man die Erkenntnisse der beiden VorgĂ€ngerstudien und die EMS-Zahlen nicht, liege die Obergrenze bei rund 11.000 Menschen. Rechnen die Statistiker die Erhebung Ende April ein, ergeben sich statistisch 0,67 FĂ€lle und eine hochgerechnete Obergrenze von ungefĂ€hr 6.000.

Akzeptanz der Maßnahmen fĂ€llt

Den die Untersuchung begleitenden Fragebogen, der neben soziodemographischen Merkmalen Informationen zu Gesundheitszustand, Risikofaktoren, chronischen Krankheiten, potenziellen Covid-19-Symptomen, einer Covid-19-Diagnose bzw. Betroffenheit im Familien- und Bekanntenkreis, sozialen Kontakten, subjektiver Risikowahrnehmung und subjektiver Bewertung der Coronavirus-Maßnahmen abdeckt, haben 1.528 Personen ausgefĂŒllt.

Vor finanziellen Problemen Àngstigen sich demnach nun 13 Prozent der Befragten. Im April waren das zehn Prozent. Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus hatten nur noch drei Prozent (April: sieben Prozent).

“Wir sehen auch, dass sich die ErwerbstĂ€tigkeit wieder ein wenig normalisiert und 'Homeoffice' etwas zurĂŒckgeht„ sowie der zeitliche Umfang der Arbeit wieder in Richtung Vorkrisenniveau geht, sagte die Studienleiterin. Die Akzeptanz der Maßnahmen liege meist noch ĂŒber rund 70 Prozent. Am höchsten ist diese beim Schutz von Risikogruppen im Arbeitsumfeld, beim Abstandhalten und beim Tragen einen Mund-Nasen-Schutzes mit um und ĂŒber 85 Prozent.

Die zum Erhebungszeitraum noch aufrechte Schließung von SchwimmbĂ€dern und Indoor-SportstĂ€tten rangiert mit nur 59 Prozent Zustimmung ganz unten. “Dennoch ist eine fallende Tendenz bei der Akzeptanz fĂŒr gesetzte Schutzmaßnahmen im Vergleich zu Ende April feststellbar", so Paskvan.

Ein weiterer Durchgang der Studie ist je nach Verlauf der Infiziertenzahlen fĂŒr Herbst geplant.

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.